Innenminister sieht Ähnlichkeit zu Madrid und warnt vor neuen Anschlägen

9. Juli 2005, 22:54
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Entwarnung nach neuem Alarm in Euston und Liverpool Station

London - Der britische Innenminister Charles Clarke sieht Ähnlichkeiten zwischen den Bombenanschlägen vom Donnerstag in London und den Attacken in Madrid im März 2004. Eine direkte Verbindung zwischen beiden Terroraktionen auf Züge wollte er jedoch am Freitag nicht ziehen. Die Ermittlungen der britischen Polizei konzentrierten sich insbesondere auf die Analyse des verwendeten Sprengstoffs und der Art der Zündung, sagte er im Fernsehen.

Weiter sagte der Minister, er erwäge "intensivierte Aktionen" gegen Personen, die nach seiner Einschätzung eine Gefahr für die Sicherheit darstellen.

Warnung vor neuen Anschlägen

Clarke hat am Freitag vor weiteren Anschlägen in London gewarnt. Die Terroristen könnten abermals zuschlagen. "Wir müssen das Risiko eines weiteren Anschlags ernst nehmen. Deswegen setzen wir alles daran, die Täter zu finden", sagte er der BBC.

Die Polizei habe noch nicht ausgeschlossen, dass die Anschläge von Selbstmordattentätern verübt worden seien, sagte Clarke. Das Bekennerschreiben der bisher unbekannten Organisation "Geheimgruppe für den Al-Kaida-Jihad in Europa", das am Donnerstag unmittelbar nach den Anschlägen im Internet auftauchte, werde "sehr ernst genommen". Es werde aber in alle Richtungen ermittelt.

Entwarnung in Euston Station und Liverpool Street

"Verdächtige Päckchen" haben am Freitag in der Londoner Innenstadt wiederholt zu Bombenalarm geführt. So waren vorübergehend die U-Bahnstation Euston Square und der Bahnhof Liverpool Street, der sowohl von Fernzügen als auch von U-Bahnlinien angelaufen wird, zumindest vorübergehend von der Polizei gesperrt worden. In jedem Fall war unbeaufsichtigtes Gepäck die Ursache für den Alarm. Ein Sprengsatz wurde nicht gefunden. (APA/Reuters)

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