Haiti: Erste Todesopfer durch Hurrikan "Dennis"

8. Juli 2005, 10:27
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Hunderte Inselbewohner auf der Flucht - Mindestens vier Tote bei Brückeneinsturz - Evakuierungen auf Kuba

Morant Bay/Jamaika - Der Hurrikan "Dennis" hat in Haiti die ersten Todesopfer gefordert. Mindestens vier Menschen kamen um Leben, als in der südwestlichen Ortschaft Gran Goave eine Brücke einstürzte. In Les Cayes wurde ein Mensch von einer entwurzelten Palme erschlagen, die auf eine Lehmbehausung stürzte. Drei weitere Personen wurden dabei verletzt. Der Wirbelsturm fegte am frühen Freitagmorgen mit einer Geschwindigkeit bis 100 Kilometer pro Stunde über die Karibikküste.

Flucht

Mehrere Hundert Inselbewohner flohen am Donnerstag vor drei Meter hohen Wellen ins Landesinnere. Der erste Hurrikan der Saison bewegte sich weiter in Richtung Kuba und wurde am Sonntag oder Montag im Golf von Mexiko erwartet. "Dennis" werde in den kommenden zwölf Stunden wahrscheinlich weiter an Stärke zulegen, kündigten US-Meteorologen an. Möglicherweise werde er eine Geschwindigkeit über 200 Stundenkilometer erreichen.

Im Südosten Kubas wurden mehr als 100.000 Menschen evakuiert, darunter über 2.500 Touristen. Die meisten der Urlauber wurden in andere Hotels in Havanna und Varadero im Norden des Landes gebracht, wie die Behörden mitteilten. Am frühen Freitagmorgen befand sich "Dennis" nach Angaben des Hurrikan-Zentrums in Miami 80 Kilometer südöstlich von Cabo Cruz im Südosten von Kuba und bewegte sich Richtung Nordwest.

Gefangenenlager

Für die Kaimaninseln, Jamaika, Haiti und den Osten Kubas wurden Sturmwarnungen ausgegeben. Diese betrafen auch die Bucht von Guantanamo, wo auf dem US-Militärstützpunkt 520 Terrorverdächtige festgehalten werden. Eine Evakuierung des Gefangenenlagers war nach Angaben der US-Streitkräfte zunächst nicht geplant.

Die jamaikanischen Behörden riefen die Küstenbewohner auf, sich ins Landesinnere zurückzuziehen und von Flüssen fern zu halten. Die Schulen des Landes wurden geschlossen, und der Flughafen von Kingston stellte den Betrieb ein. Mehrere Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten Straßen. Viele Menschen wurden von der Außenwelt abgeschnitten. Rund zehn Prozent der Bevölkerung war ohne Strom.

"Dennis" folgt auf "Cindy"

"Dennis" folgt unmittelbar auf den Tropensturm "Cindy", der am Dienstag den US-Staat Louisiana erreicht hatte. Noch am Donnerstag hatten dort rund 64.000 Haushalte keinen Strom. Wie schon seine Vorgängerin bedroht der Hurrikan die Ölförderung im Golf von Mexiko. Bewohner und Touristen auf den südlichen der Florida-Keys wurden aufgefordert, das Gebiet vorsorglich zu verlassen. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das "Auge" von Hurrikan Dennis nähert sich der südlichen Küste Kubas.

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