Experte: Balkan ist Stützpunkt für Terroristenausbildung

11. Juli 2005, 12:11
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Dragisic: Organisierte Kriminalität hilft bei Terrorfinanzierung

Belgrad - Die islamistischen Attentäter und auch ihre Bomben dürften nach Ansicht des Belgrader Terrorexperten Zoran Dragisic in Zukunft vom Balkan in andere europäische Staaten kommen. "Der Balkan ist ein Stützpunkt für die Ausbildung von Terroristengruppen und zur Förderung der Organisierten Kriminalität, mit der bedeutende Finanzmittel gesammelt werden", sagte Dragisic dem Belgrader Sender B-92 am Freitag. Aus diesem Grund seien auch keine Sprengstoffangriffe in der Region selbst zu erwarten.

Finanzmittel

Dragisic sieht auch für Serbien keine unmittelbare Gefahr von Terrorangriffen. "Das Problem liegt in der Organisierten Kriminalität in ganz Südosteuropa. Da dadurch wichtige Finanzmittel gesammelt werden, steht sie in unmittelbarer Verbindung mit dem Terrorismus. Zudem stellt sie auch eine politische Strategie dar. Durch Korruption und sonstige Straftaten werden staatliche Institutionen ruiniert. Die Staaten, die in einer Situation der permanenten politischen und wirtschaftlichen Instabilität gehalten werden, sind schwach. (...) Gerade solche Staaten werden von Terroristen als Stützpunkte genutzt, in denen sie sich in aller Ruhe auf neue Terrorangriffe vorbereiten können."

Die Behauptungen des Belgrader Experten dürften sich auch auf jüngste Medienberichte aus Bosnien stützen. Nach Angaben des Polizeidirektors der bosnischen Serbenrepublik, Dragomir Andant, sind die Terrorangriffe auf die Vorortzüge in Madrid von 11. März 2004, bei denen es 191 Todesopfer gab, in Bosnien-Herzegowina vorbereitet worden. Das Innenministerium der bosnisch-serbischen Republik soll über die Namen von 200 radikal-islamischen Bosniern verfügen, die in Zentren der Al Kaida in Bosnien für Terrorakte ausgebildet wurden. Die Behauptungen Andans sind von spanischen offiziellen Stellen als unzutreffend zurückgewiesen worden. (APA)

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