Galloway: "Preis" für Irak-Krieg

13. Juli 2005, 12:46
64 Postings

Britischer Abgeordneter übt heftige Kritik an Londoner Regierung - Attentate "nicht aus heiterem Himmel"

London - Der britische Abgeordnete George Galloway hat die Beteiligung Großbritanniens am US-geführten Krieg gegen den Irak für die Anschläge am Donnerstag mitverantwortlich gemacht. "Wir haben - wie auch die Sicherheitskräfte hierzulande - immer gesagt, dass die Angriffe auf Afghanistan und den Irak die Gefahr von Terroranschlägen in Großbritannien vergrößeren würden", erklärte der frühere Labour-Abgeordnete, der mittlerweile seine eigene Respekt-Partei im Unterhaus vertritt. "Tragischerweise haben die Londoner jetzt den Preis dafür gezahlt, dass die Regierung solche Warnungen missachtet hat."

"Nicht unvorhersehbar"

Vor dem Parlament sagte der streitbare Abgeordnete später, die Anschläge in der britischen Hauptstadt seien nicht unvorhersehbar gewesen. "Verachtenswert, ja, aber nicht unvorhersehbar. Vollkommen vorhersehbar, und, das sage ich voraus, auch nicht die letzten." Selbstverständlich seien in erster Linie die Täter verantwortlich, betonte Galloway. Aber es wäre falsch, "diese Taten von dem politischen Hintergrund zu trennen, vor dem sie stattgefunden haben". Genau wie die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten seien die Attentate "nicht aus heiterem Himmel gekommen". Galloway war einer der schärfsten britischen Kritiker des Irak-Krieges und war Ende 2003 aus der Labour-Partei von Premierminister Tony Blair ausgeschlossen worden. (APA/AFP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der ehemalige Labourabgeordnete Galloway in Auchterarder, Schotland, nahe dem Austragungsort des G-8-Gipfel.

Share if you care.