"Bring 'em on!" - von RAU

von Redaktion  |  07. Juli 2005, 19:24

Bush hat bereits 2003 mit Anschlägen in Europa und den USA gerechnet

Der Al-Kaida-Führer Abu Musab al-Zarkawi sagte im Jänner, er und die seinen führten einen "gnadenlosen Krieg gegen das üble Prinzip der Demokratie und gegen alle, die dieser falschen Ideologie folgen". Wir sind also in einem Abwehrkrieg. Allerdings mit sehr geringem Vertrauen in den "Oberkommandierenden" und seine Deputies. Tony Blair bot in seiner Reaktion auf den Londoner Anschlag seine famose Rhetorik, der man inzwischen zu misstrauen gelernt hat. George W. Bush dabei zuzusehen und zuzuhören, tat körperlich weh und löste Depressionen aus. Der Mann hat sich entschlossen, den "Krieg gegen den Terror" im Irak zu führen, obwohl es dort vorher keine Terroristen gab, seit dem US-Einmarsch aber an die 20.000 Djihadis und täglich ein Dutzend Anschläge.

Bush wird im Juli 2003 gefragt, ob nicht mit Anschlägen zu rechnen ist. "Bring 'em on" (Immer nur her mit ihnen), prahlt darauf der Präsident der USA. Inzwischen sind sie da. Im Irak und in Europa. Der islamistische Terror ist nicht zu beschwichtigen, er muss bekämpft werden. Aber dieser "Krieg gegen den Terror" wird von den falschen Leuten mit der falschen Begründung an der falschen Front und mit den falschen Mitteln geführt. (DER STANDARD, Print, 8.7.2005)

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Bluesman25 
12.07.2005 18:32
Lob

ein starker beitrag von rau.

was mich aber noch mehr beeindruckt ist die tatsache dass man etwas weiter unten endlich wieder einmal gute und ehrliche postings zu lesen bekommt.

vor allem: S.P. 08.07. 13:49

pepitant
11.07.2005 14:34
Sie müssten die Armut bekämpfen, sonst erhält der

Terrorismus immer weiteren Zulauf. Bush, Blair, Schröder, Schüssel, aber auch die Ackermanns dieser Welt wissen das besser als sie und ich, aber solange der Terror dem Kapital nützt, wird er gehegt und gepflegt. Irgendwie muss doch die Möglichkeit offen gehalten werden, die Bevölkerung über den Umweg "Angst" hinter die neoliberale Politik zu versammeln.

sonic
08.07.2005 22:16

Die "alltäglichen" Folgen von Bushs Irak-Überfall haben mehr Menschenleben gekostet als die Terroranschläge vom 11. September, Bali, Madrid und London zusammen.
Da kommt man fast ins Grübeln, was das Schlimmere ist: der Terror oder der "War on terror".

Walter Bimini
08.07.2005 21:31
der bush-blairsche krieg müßte eigentlich WAR FOR TERROR heißen

wer andere länder grundlos überfällt und dabei 100.000 menschen umbringt, darf sich nicht wundern, wenn er von diesen menschen gehasst wird.

Das Rotkaeppchen
08.07.2005 17:23
Und den falschen Worten

"krieg gegen den Terror" - wenn das "Krieg" ist, dann dürfen wir konsquenterweise auch nicht mehr von Anschlägen sprechen. Dann sind das Kriegshandlungen. Dann handelt es sich nicht um den größten Anschlag in der britischen Geschichte, sondern um eine kleinere Kriegshandlung. Dann gibt es keine "Terroristen", sondern Kombattanten. Wenn man sie erwischt, sind es Kriegsgefangene. Und selbstverständlich dürfen sie den Krieg auf Verbündete des Feindes ausweiten.

Diese vertrottelte Kriegs-Rhetorik hat von der RAF gebraucht noch allgemeines Kopfschütteln ausgelöst.

pepitant
11.07.2005 14:38
Ja, und die Opfer sind dann eben keine Terroropfer,

sondern nach Bushs eigener Erfindung Kollateralschäden.
Nur sollten die Medien ihren Konsumenten das auch so mitteilen.

spezies
08.07.2005 21:37

Ich stimme dem ganz und gar zu. Alles was nicht dem entspricht, was sein muss, ist grundverdächtig. Wir sitzen an den vollen Töpfen und Geiz ist 100%-ig nicht geil. Die Mächtigen versuchens sich zu richten. Die Erde selbst wird uns den Ausweg zeigen. Und sie wird uns über kurz oder lang, nicht mehr für würdig empfinden.

mirko burijan 
08.07.2005 18:25

treffliche anmerkung zu einem subtilen kommentar.

plötzlich sind wir alle kombat-tanten, und das zimmer (die stadt, der staat, das supranationale europa) hat keinen ausgang mehr.

sitting bull 
08.07.2005 15:07
glaube keiner analyse....

...ohne die rolle der geheimdienste zu kennen.

Miss Trauen
08.07.2005 14:20
waren nicht sie, herr rauscher

einer der glühendsten verfechter des amerikanischen einmarsches im irak?

Elisabeth Stein
10.07.2005 16:35
Herr Rauscher lernt langsam, aber er lernt.

der_gs
08.07.2005 14:06
....

RAU: Themaverfehlung! Nicht Genügend, setzen...

owen breon3 
08.07.2005 14:30
aso .. wieso themenverfehlung?

der_gs
08.07.2005 14:48
...wieso themaverfehlung?!

ganz einfach: gehts in RAU's comment etwa wirklich um die Geschehnisse aus London oder wird hier nur wiedermal "Bush-Bashing" betrieben?!

p.s.: bin kein bush-fan...

Elisabeth Stein
10.07.2005 16:39
Keine Sorge um Herrn Busch.

Leider sind wir bei dem Western, den er als John Wayne weltweit inszeniert, die Indianer. Selbst wenn der Film the Alamo heißt, er bleibt seiner Rolle treu: Bring them on.

S.P.
08.07.2005 13:49
Wir sind alle schuldig

Seit hunderten von Jahren arbeiten die Menschen an einem System, das nur darauf abziehlt dem einzelnen
Reichtum und Macht einzubringen. Das Resultat sind Katastrophen in allen Variationen. Aber der Mensch
will noch immer nicht umdenken. Wir haben doch alle nur Karriere und Wellness ... im Sinn. Die Mehrheit der Menschen aber will bloß Brot und Wasser und Frieden. Uns geht es gut weil es denen schlecht geht, und durch Krieg "verteidigen" wir unseren Luxus. Solange wir nicht aufhören werden unsere Eitelkeiten und unsere Selbstsucht zu befriedigen, werden auch die Katastrophen kein Ende finden. Wir sind alle an allem Schuld.

Elisabeth Stein
10.07.2005 16:47
Ich würde mich auch gerne vom Prinzip: Money makes the world go around

verabschieden. Für den Anfang wenigstens davon, dass es mich beherrscht. Geht schon immer besser. Das System aber herrscht weiter.

busch schurli
08.07.2005 21:21

sehr schön. lösung? wie ändern?

Greta Garbo
08.07.2005 14:15

bis zu einem gewissen grad haben sie schon recht. lediglich fühle ich mich persönlich keineswegs schuldig. und ich stelle folgende frage: wie kann es sein, dass geld, das von den terroristen dazu benutzt wird, unschuldige zivilisten zu töten, nicht für das wohlergehen der menschen investiert wird, für deren ziele sie vorgeblich kämpfen?? das geld muss ja von wo her kommen! fragen sie sich doch einmal, wer das alles finanziert! wie schon in einem früheren posting erwähnt: herr bin laden war nicht arm und er ist es noch immer nicht!! er hätte mit dem geld viel gutes tun können. hat er aber nicht!! und was ist mit den edlen scheichs in arabien? wofür verprassen die die erdölkohle? für gold und ferraries zb?

pepitant
11.07.2005 14:49
Kostet Geld ??

Glauben Sie, dass die Summen, die in Anschläge investiert werden, auch nur annähernd an die Militärausgaben eines westlichen Staates herankommen ?
Glauben Sie, dass die Ersparnis ausreichend wäre, auch nur einen von hundert Hungerleidern mit dem Nötigsten zu versorgen ?
Und wer stützt denn die Scheichs schon seit Jahrzehnten ? Wer sorgt denn dafür, dass die das Geld der Öleinnahmen ungestört verprassen können ?
Wer sorgt denn in den westlichen Demokratien dafür, dass die Schere zwischen arm und reich sich ständig weiter öffnet ?
Sie also fühlen sich nicht schuldig !
Meiner Ansicht nach ist jeder westliche Arbeitnehmer gleichzeitig, ob er will oder nicht, Systemerhalter. Und je mehr er aus seinem Job lukriert, desto mehr Systemerhalter.

Elisabeth Stein
10.07.2005 16:42
Tja, die haben alle von uns das gelernt, was zu lernen war.

Walter Bimini
08.07.2005 21:41
was ist das schon gegen die monatlichen 5-6 milliarden dollar, die der bush/blair krieg kostet

Rinus Michels
08.07.2005 15:12
yep

Franz Kohlegger 
08.07.2005 12:58

Danke Rau fuer die Uebernahme meiner Argumente. In 2003 haette das mehr geholfen.

Ein Krieg in dem man die Auswirkungen nicht halbwegs absehen kann sollte man nicht anfangen. Einen Krieg in dem eine wichtige bekannte Auswirkung negativ ist, sollte man speziell nicht anfangen.

Es war von Anfang an klar, das der Irakkrieg die Terror-Gefahr fuer die USA und England erhoehen wird.

Bush und Blair erzaehlten uns, dass dieser "kleine" Nachteil vom "grossen" Vorteil der Vernichtung der irak. MVW ueberschattet wird. Der Terror der vom Irak ausging musste angeblich bekaempft werden.

Die Luegen von Blair und Bush sind zusammengebrochen doch der "kleine" Nachteil waechst.

Falsche Strategie mit falschen Mitteln und falschen Versprechungen

Elisabeth Stein
10.07.2005 16:50
Ja, wer hört denn schon auf einen unbezahlten Poster.

Ich hab auch schon gelernt als unbezahlte und ungehörte Kassandra zu leben.

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