Steirerobst-Börsenrückzug in Kürze

18. Juli 2005, 09:41
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Agrana-HV - Squeeze-out sobald wie möglich - mehr als 100 Kleinaktionäre müssen abgefertigt werden

Wien - Der Rückzug des Obstverarbeiters Steirerobst von der Wiener Börse, vom kontrollierenden Gesellschafter Agrana zuletzt angekündigt, dürfte schon demnächst besiegelt werden. Auf der Jahreshauptversammlung (HV) der Agrana am Donnerstag hieß es, der Squeeze-out, über den der Steirerobst-Streubesitz ausgekauft und das Unternehmen von der Börse genommen werden soll, werde sobald wie möglich erfolgen. In der morgigen Steirerobst-Aufsichtsratssitzung werden die Weichen gestellt.

Mehr als 100 Kleinaktionäre, die knapp 9 Prozent halten, müssen bei dem Squeeze-out abgefunden werden. Zum Börsenkurs vom Donnerstag (54,99 Euro) müssten gut 6 Millionen Euro gezahlt werden.

Fairer Wert 80 Euro

Steirerobst-Investor Rupert-Heinrich Staller, der eigenen Angaben zufolge mehr als ein Prozent hält, setzt als fairen Wert mindestens 80 Euro pro Aktie an. Das liegt um 60 Prozent über dem aktuellen Börsenkurs. Bei Akquisitionen sei als Kaufpreis das 5- bis 6-sechsfache EBITDA (Betriebsgewinn vor Abschreibungen) üblich, sagte er am Donnerstagnachmittag zur APA. Das ergebe für die gesamte Steirerobst mehr als 100 Mio. Euro und umgelegt auf eine Aktie rund 80 Euro.

Ob Agrana so viel zahlt, ist vorerst offen. Staller kritisierte, dass in der heutigen HV die von ihm gewünschten IFRS-Jahreszahlen der Steirerobst für 2004 nur teilweise vorgelegt worden seien. Genannt habe man lediglich Umsatz, Betriebsergebnis (EBIT) und Jahresüberschuss. Staller will aber das gesamte Zahlenwerk auf dem Tisch haben und hat schon im Vorfeld auf die Herausgabe geklagt, wie er sagte. Sein Verdacht: Die Agrana wolle die Steirerobst kurz vor dem Squeeze-out schlecht rechnen, um den Preis für das Abfindungsoffert zu drücken. Deswegen seien für Steirerobst nur die wesentlich niedriger liegenden HGB-Zahlen genannt worden. (APA)

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