Österreich könnte im Krisenfall Handynetze lahm legen

20. Juli 2005, 10:22
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Im Krisenfall könnten Sendeanlagen gezielt abgeschaltet werden - Im Vorfeld keine Kooperation von Handybetreibern und Innenministerium

Nach den Anschlägen in der britischen Hauptstadt wurden die Handynetze teilweise lahm gelegt. Ein möglicher Grund dafür könnte die potenzielle Nutzung eines Mobiltelefons als Bombenzünder sein, wie Willi Berenda, Leiter des Entschärfungsdienstes gegenüber der APA meinte. Auch in Österreich bestünde von Seiten der Mobilfunkbetreiber die Möglichkeit, bei einer entsprechenden Weisung des Innenministeriums bestimmte Sendeanlagen zum gezielten Objektschutz auszuschalten, sagte Michaela Egger, Sprecherin von mobilkom austria.

Keine Kooperation

Es gäbe allerdings keine Kooperation mit dem Innenministerium beziehungsweise einen Krisenplan im Vorfeld, wie Walter Sattlberger, Sprecher von Telering, betonte. Hausinterne Krisenpläne für den Ernstfall gäbe es hingegen durchaus, wie auch t-mobile bestätigte.

Priorität

Oberste Priorität im Falle vergleichbarer Terroranschläge in Österreich müsse allerdings die Aufrechterhaltung der Telefonnetzversorgung sein, erläuterte Egger gegenüber der APA. Es sei nicht sinnvoll das Handynetz in ganz Österreich lahm zu legen, denn das würde erst recht Panik auslösen.

Die Kommunikation sei in einer Krisensituation äußerst wichtig. Im Falle einer Weisung des Innenministeriums wäre man aber in der Lage gezielt Sendeanlagen abzudrehen, betonte Egger. Handys wurden zuletzt auch bei den Anschlägen in Madrid als Bombenzünder verwendet.(APA)

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