City of London: Finanzzentrum als Terrorziel

12. Juli 2005, 19:02
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Explosionen in U-Bahn-Stationen nahe Banken und Börse - Drei heimische Bank-Niederlassungen in der City, rund 45 Firmen im Großraum London

London/Wien - Die "City of London", das Finanzzentrum der britischen Metropole und Börsenzentrum Europas, wurde am Donnerstag auch zum Terrorziel. "Eine Explosion hat Donnerstag früh in einer U-Bahn-Linie in Londons Finanzzentrum mehrere Menschen verletzt", hieß es in den ersten Berichten zu den Anschlägen. An der Aldgate-U-Bahn-Station war ein Sprengsatz explodiert, wenige Häuserblöcke von der Bank of England und der Londoner Börse entfernt. Die City of London und andere Bezirke der Acht-Millionen-Metropole London wurden zum Terrorziel.

Das Finanzzentrum in der City of London ist täglich Arbeitsplatz für rund 400.000 Mitarbeiter der verschiedensten Finanzinstitutionen, obwohl nur rund 10.000 Menschen dort wohnen.

10 Prozent aller Finanzdienstleistungen in Großbritannien werden in dem kleinen Bezirk an der Themse erbracht, die Börsekapitalisierung beträgt 2.200 Mrd. Euro. Die City of London ist nur rund eine Quadratmeile groß, im Mittelalter war der Bereich der historischen City übrigens identisch mit der Stadt London. Neben den großen britischen Finanzinstituten, den Banken und Versicherungen, der Bank of England und der Börse, ist die City auch Heimat für die Niederlassungen zahlreicher internationaler Finanzunternehmen.

Aus Österreich haben drei Banken ihre Niederlassungen im Financial District in London: Die Erste Bank, die RZB (Raiffeisen Zentralbank) und die CA IB mit je 30 bis 50 Mitarbeitern. Von den rund 190 Niederlassungen österreichischer Firmen in Großbritannien hat nur ein Teil seinen Sitz im Großraum London, nämlich nur rund 45, so der österreichische Handelsdelegierte in Großbritannien, Gerhard Müller, der sich derzeit in Wien befindet und morgen nach London zurückkehrt. (APA)

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