Mundkrebs: Hoffnung auf einfachen Speicheltest

9. Juli 2005, 19:00
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Studie identifiziert drei Bakterientypen, die bei 80 Prozent der Erkrankungen auftreten

Boston - Speichelbakterien könnten für einen einfachen Test zur Erkennung von Mundkrebs eingesetzt werden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Forsyth Institute und des Dana Farber Cancer Institute gekommen. Die Wissenschafter identifizierten drei Bakterientypen, die bei mehr als 80 Prozent der Erkrankungen auftraten. Krebserkrankungen im Mundbereich werden normalerweise bei Untersuchungen durch den Zahnarzt erkannt. Im Anschluss daran werden Gewebeproben entsprechenden Tests unterzogen. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Journal of Translational Medicine veröffentlicht.

Früherkennung wichtig

Die leitende Wissenschafterin Donna Mager erklärte, dass die Identifizierung dieser Bakterien Hoffnung auf die Entdeckung eines frühen Krebsmarkers mache. "Wenn weitere Studien diese Ergebnisse bestätigen, könnten groß angelegte Tests Leben retten." Derzeit liegt die Überlebensrate bei Mundkrebserkrankungen im Zeitraum von fünf Jahren nach der Diagnose laut BBC bei nur 54 Prozent. Verantwortlich dafür ist, dass viele Erkrankungen erst spät erkannt werden. Die Forscher gehen davon aus, dass eine frühe Diagnose in bis zu 90 Prozent der Fälle rettend sein könnte.

Tests

Das Team sammelte Speichelproben von 45 Patienten, die am oralen Plattenepithelkarzinom (OSCC) litten. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die für 90 Prozent aller Mundkrebsfälle verantwortlich ist. Zusätzlich wurden Proben von 229 gesunden Personen ausgewertet. Die Proben wurden auf 40 verschiedene Bakterienarten gestestet.

Es zeigte sich, dass sechs Bakterienarten bei den Mundkrebspatienten in deutlich größeren Mengen vorhanden waren. Drei der Arten, Capnocytophaga gingivalis, Prevotella melaninogenica und Streptococcus mitis, sagten bei mehr als 80 Prozent der Fälle eine Erkrankung korrekt voraus. Es sei derzeit nicht ausgeschlossen, dass diese Bakterien die Krebserkrankung verursachen. Für eine Klärung dieser Frage seien weitere Untersuchungen erforderlich. (pte/red)

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    foto: photodisc
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