Fast unbehinderter London-Besuch

11. Juli 2005, 13:01
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Für Touristen ergeben sich kaum Behinderungen - Auch Anreise per Flug funktioniert - Reisveranstalter kulant

Für Touristen, die London erkunden wollen, ergeben sich nach den Bombenattentaten kaum Behinderungen. Auch die Anreise per Flug funktioniert, trotzdem sind österreichische Reiseveranstalter bei Umbuchungen kulant.

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Im Flugverkehr von und nach London sind für das Wochenende keine Behinderungen zu erwarten. Auch wer mit einem Billigflieger aus Österreich auf dem Londoner Flughafen Stansted landet, muss nicht fürchten, die rund 60 Kilometer entfernte Innenstadt nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen zu können. Der Betrieb des Stansted-Express lief am Freitag normal, abgesehen von einer kurzen Sperrung des Bahnhofs Liverpool Street, dem Endbahnhof (Bombenalarm, der sich als falsch herausstellte). Wer von dort mit der U- Bahn weiterwill, muss aber auch am Wochenende mit Behinderungen rechnen. Denn die Circle sowie die Hammersmith & City Line, die zentralen Linien für den Besuch der Innenstadt, waren am Freitag völlig gesperrt und werden es wohl auch noch für das Wochenende sein. Ein Schienenersatzverkehr durch Busse ist jedoch vorgesehen.

Betrieb der Doppeldeckerbusse wieder normal

Einen eingeschränkten Betrieb gibt es auch auf der Metropolitan Line, der Piccadilly Line und der District Line. Einen praktischen normalen Service gibt es bei folgenden U-Bahn-Linien: Bakerloo, Central, East Lone, Jubiliee, Northern, Victoria and Waterloo & City. Auch der Betrieb der Doppeldeckerbusse lief am Freitag wieder normal.

Auch die Theater haben in London an diesem Wochenende wieder alle geöffnet, ebenso die anderen Sehenswürdigkeiten wie der Tower of London oder das Wachsfigurenmuseum. Am Donnerstagabend hatten zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg sämtliche Theater der Stadt ihre Aufführungen abgesagt.

Laut Angaben des London Visitors Centre gab es im Tourismus kaum Stornierungen. Die wegen der Anschläge gestrandeten Reisenden sind auch schon wieder weitergezogen, sodass der kurzfristige Engpass an Hotelbetten in der Innenstadt nicht mehr gegeben ist.

Service in Österreich

In Österreich gehen die Reiseveranstalter mit der nach den Terroranschlägen aufgekommenen Frage, wie mit Stornierungen umgegangen wird, unterschiedlich um. Was Umbuchungen betrifft, kommen sie ihren Kunden aber durchwegs entgegen.

So gab Margit Ebner, Sprecherin von Europas größtem Reiseveranstalter, TUI, dem Standard die Möglichkeit bekannt, bereits gebuchte Reisen nach London bis Montag kostenlos umzubuchen. Was danach passieren wird, hänge von der Entwicklung in England ab, jedenfalls würden alle Reisegäste von eventuellen Veränderungen informiert.

Die Austrian-Airlines- Gruppe, die täglich fünf Flüge ab Wien nach London und zurück im Programm hat, bietet bis Montag ebenfalls kostenlose Umbuchungen an. "Diese werden aber kaum in Anspruch genommen", äußert sich AUA-Sprecher Johann Jurceka. Stornierungen seien hingegen nicht gratis. Dies geschehe nur bei einer eventuell vom Außenministerium ausgegebenen Reiswarnung, die aber nicht zu erwarten sei.

Ebenfalls bis Montag gratis umbuchen kann man Reisen des österreichischen Verkehrsbüros, "Dertour" offeriert bis 17. Juli sogar kostenlose Stornierungen. (afs, hsa, DER STANDARD – Printausgabe, 9./10. Juli 2005)

  • Artikelbild
    foto: epa/tim ockenden
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