Plansee mit Rekordjahr

21. Juli 2005, 11:34
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Tiroler Unternehmensgruppe erzielte zweistellige Wachstumsraten in allen wichtigen Absatzbranchen

Reutte - Wiederum auf ein Rekordjahr kann die Unternehmensgruppe Plansee mit Stammsitz in Breitenwang in Tirol zurückblicken: Im Geschäftsjahr 2004/05, das mit 28. Februar endete, konnte der konsolidierte Umsatz nach Angaben vom Donnerstag um 19 Prozent auf 680 Millionen Euro gesteigert werden (2003/04: 571 Mio.). Für heuer wurde mit einem deutlich gebremsten Wachstum bzw. Stagnation gerechnet.

Alle wichtigen Absatzbranchen hätten mit zweistelligen Wachstumsraten zu dem Ergebnis beigetragen, erklärte Vorstandsvorsitzender Michael Schwarzkopf bei einer Pressekonferenz. Die Nachfrage habe alle Erwartungen übertroffen. Die größten Abnehmergruppen seien die Automobil- und Elektronikindustrie sowie der Maschinenbau gewesen. Beliefert werden außerdem die Lichtindustrie sowie die Medizin- und die Energietechnik. Die Steigerungen seien diesmal zum überwiegenden Teil auf organisches Wachstum zurückzuführen. Lediglich ein Unternehmen, die Sinterstahl Corp. Powertrain in Dayton, Ohio (USA), wurde übernommen. Regional gesehen seien die größten Zuwächse in Deutschland sowie in den USA, Taiwan und Japan erzielt worden.

Zufriedenstellende Ertragslage

Die starken Preiserhöhungen bei den meisten Rohstoffgruppen hätten nur zum Teil weitergegeben werden können. Die Ertragslage bezeichnete der Plansee-Chef dennoch als sehr zufrieden stellend. Nicht nur die gute Auslastung, sondern auch die erhöhte Produktivität hätten sich im Ergebnis niedergeschlagen. Das Eigenkapital habe 60 Prozent der Bilanzsumme ausgemacht. Zum Ende des Geschäftsjahres waren im Konsolidierungskreis 4.600 Mitarbeiter beschäftigt, um 260 mehr als im Jahr zuvor. Die Industriegruppe umfasst 58 Unternehmen in 20 Ländern.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 80 Millionen Euro (zwölf Prozent des Umsatzes) in Sachanlagen, Produktionsprozesse und in die Verbesserung und Erneuerung des Produktportfolios investiert. Schwerpunkte waren die Erweiterungen der Sinterstahlfabriken in Spanien und den USA, Kapazitätserhöhungen im Pulverbereich von Ceratizit und Plansee Hochleistungswerkstoffe sowie die Zusammenführung der Hartmetallstäbefinalisierung für den europäischen Markt in einem Neubau am Standort Breitenwang. Mit der Übernahme der Sinterstahl Corp. Powertrain in Ohio erfolgte der Einstieg in den amerikanischen Sinterformteilemarkt für Automatikgetriebe. Das Unternehmen beschäftigt 140 Mitarbeiter und ist das sechste Produktionswerk der Plansee Gruppe in Nordamerika.

Starke Nachfrage - Abschwächung erwartet

Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres habe sich die starke Nachfrage zwar fortgesetzt, die derzeitigen Signale würden aber auf eine deutliche Abschwächung hinweisen, verwies Schwarzkopf auf die fehlenden Wachstumsimpulse wichtiger Branchen wie der Automobil-, Elektronik- und Halbleiterindustrie. Dennoch soll heuer in den beiden Werken am Standort Breitenwang/Reutte die Produktion mit einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro ausgebaut werden. Geplant waren zudem die Erweiterung des Produktprogrammes der bestehenden Fertigungen in Bulgarien, China und Indien sowie die Eröffnung von vier neuen Vertriebsgesellschaften in Lateinamerika, Tschechien, Ungarn und Polen.

Internationalisierung

Als wichtigsten Internationalisierungsschwerpunkt sah Schwarzkopf den geplanten Zusammenschluss des Unternehmensbereiches Sinterstahl mit dem Sinterformteilegeschäft von Mitsubishi Materials Corp. Der Abschluss der Fusion dürfte Ende September erfolgen. Die neue Gruppe mit 2.000 Mitarbeitern und 350 Millionen Euro Umsatz wäre aus Sicht des Plansee-Chefs das erste global aufgestellte Sinterformteile-Unternehmen mit Produktionswerken in den USA, Japan und Europa.

Mit dem Standort Tirol zeigte sich Schwarzkopf zufrieden. Er trat allerdings für flexiblere Arbeitszeiten und günstigere Strompreise ein.

Mit seinen drei Unternehmensbereichen Plansee Hochleistungswerkstoffe, Ceratizit und Sinterstahl ist Plansee einer der weltweit führenden Hersteller von pulvermetallurgischen Produkten. Der Umsatz ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Beteiligungshöhen betrug im vergangenen Geschäftsjahr 900 Mio. Euro. Im Unternehmensverbund sind 6.800 Mitarbeiter beschäftigt. (APA)

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