NR-Präsident Khol befürchtet über 100 Tote

7. Juli 2005, 16:22
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Gedenkminute im Hohen Haus

Wien - Die Bombenanschläge in London könnten mehr als 100 Todesopfer gefordert haben. Diese Befürchtung äußerte Nationalratspräsident Andreas Khol bei einer Gedenkminute des Nationalrats Donnerstag Mittag. "Eine Serie von Terroranschlägen hat heute in London zahllose Verwundete und jetzt bereits über 100 Tote hervorgerufen", so Kohl. Auf Nachfrage der APA hieß es im Büro Khol, diese Zahlen stammten aus Quellen im Innenministerium.

Gleichzeitig drückte er sein Mitgefühl für die Opfer und die Sympathie für die Angehörigen aus. Heute habe sich wieder "die scheußliche Fratze des Terrorismus" gezeigt.

Man müsse sich bewusst sein, dass niemand vor der Gefahr des Terrors gefeit sei: "No Man is an Island." Großbritannien werde mit den Anschlägen auch als Land getroffen, das derzeit den Vorsitz der EU innehabe und sei daher nicht von ungefähr ein Opfer der Terroristen geworden: "Wir müssen uns in dieser Minute bewusst sein, dass der Kampf gegen den Terrorismus und die Ursachen des Terrorismus unsere gemeinsame Aufgabe ist."

Van der Bellen: Mitgefühl bei Menschen in London

Betroffen von den Explosionen in London zeigte sich am Donnerstag auch der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen. "In diesen Schreckensminuten ist unser Mitgefühl bei den Menschen in London", betonte er gegenüber der APA. Viele Österreicher und Österreicherinnen würden derzeit schon am Telefon, ob ihre Bekannten und Freunde in London betroffen sind.

Angesichts dieser schrecklichen Vorfälle haben sich die Grünen auch entschlossen ihre Dringliche Anfrage im Nationalrat zurückzuziehen. Man werde den Antrag zur Transparenz der Parteienfinanzierung separat einbringen und dem Ausschuss zuweisen lassen, betonte Van der Bellen gegenüber der APA.

Gorbach "erschüttert"

Auch Vizekanzler Hubert Gorbach (B) zeigte sich erschüttert über die Anschlagserie in London. Diese sei ein feiger Angriff auf unschuldige Menschen. Die Verantwortlichen sollten wissen, dass mit Terror keines ihrer wie auch immer gearteten ziele erreicht werden könne, so Gorbach am Donnerstag in einer Aussendung.

Dieser Vorfall zeige einmal mehr, dass dem gemeinsamen Kampf gegen den Terror höchste Priorität eingeräumt werden müsse. Für die Europäische Union sei es nun besonders wichtig, diesen Entwicklungen mit aller Konsequenz und Geschlossenheit entgegenzutreten. "Österreich wird England im Rahmen der EU-Troika unterstützen, wo es nur kann. Der gemeinsame Kampf gegen den Terror ist für die Sicherheit der Staatengemeinschaft von essenzieller Bedeutung", so Gorbach. (APA)

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