Katastrophenmedizin

7. Juli 2005, 13:05
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Minimalversorgung vieler statt Maximalversorgung Einzelner

Wien/London - Die Prinzipien der Notfallmedizin sind: Lage sondieren, den Unglücksort absichern, Maßnahmen organisieren, Hilfe heranbringen.

Die wichtigsten Grundsätze:

Organisation und schnelles Heranholen von Hilfe sowie die Bereitstellung von genügend Transportkapazitäten entscheiden über den Erfolg. In Umkehrung sonstiger medizinischer Prinzipien wird dabei - zunächst - bewusst auf die maximale Versorgung des einzelnen Verletzten verzichtet, um das Überleben möglichst vieler Opfer zu gewährleisten.

So definieren die Notfallmediziner eine "Katastrophe": Es handelt sich um ein Schadensereignis, das mit den örtlich zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht oder nur unzureichend beherrscht werden kann.

Minimalversorgung vieler statt Maximalversorgung Einzelner

Das Ziel aller Bemühungen nach einem Katastrophenfall: Schäden und Verluste an Menschenleben müssen so gering wie möglich gehalten werden, das Überleben einer möglichst großen Zahl von Verletzten ist zu sichern. Das kann die Notärzte vor im Grunde furchtbare Entscheidungen stellen. Hertz: "Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn bewusst auf die Maximalversorgung des Einzelnen zu Gunsten der Minimalversorgung vieler verzichtet wird." (APA)

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