Russland vertraut in die Sojus-Serie

11. Juli 2005, 10:00
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Die Raumschiffe können nicht als Raumfähre eingesetzt werden - Jungfernflug endete in einer Tragödie

Moskau - Nach dem Absturz des US-Shuttles "Columbia" im Februar 2003 blieben die russischen Raumschiffe vom Typ Sojus über zwei Jahre die einzige Verbindung zur internationalen Raumstation (ISS). In der Geschichte der Raumfahrt sind die für drei Kosmonauten ausgelegten Sojus-Raumschiffe die am häufigsten eingesetzten Transportmittel. Seit über 40 Jahren vertraut die sowjetische beziehungsweise russische Raumfahrt der Sojus-Serie.

Im Gegensatz zu den amerikanischen Shuttles können Sojus-Raumschiffe nicht als Raumfähre eingesetzt werden. Jedes Exemplar fliegt nur einmal ins All und bringt die Kosmonauten in einer Kapsel zurück zur Erde. Die unbemannten russischen Progress-Raumtransporter basieren auf frühen Sojus-Modellen.

Tragödie

Der Jungfernflug der Sojus-Raumschiffe endete 1967 in einer Tragödie. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre versagte der Bremsfallschirm. Sojus-1 stürzte ungebremst zu Boden. Der Kosmonaut an Bord, Wladimir Kamarow, kam ums Leben. Ebenfalls tödlich endete die Mission Sojus-11 im Jahr 1971, weil ein Ventil undicht war. Alle übrigen der insgesamt mehr als 100 Sojus-Flüge kehrten wohlbehalten zurück.

Aufbau

Jedes Sojus-Raumschiff besteht aus drei Teilen: Antriebsmodul, Rückkehrmodul und Orbitalmodul. Letzteres enthält den Mechanismus zum Ankoppeln an die Raumstation. Als so genanntes Rettungsboot bleibt die Sojus ein halbes Jahr lang bis zur Ablösung an der ISS angedockt.

Die russischen Raumschiffe werden mit dreistufigen Sojus-Trägerraketen vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur in den Weltraum geschossen. (APA/dpa)

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    Das Sojus-TMA-Raumschiff (von der Internationalen Raumstation aus gesehen) kurz vor dem Andocken an die ISS im April 2005

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