Pleitenrekord in Österreich

21. Juli 2005, 11:42
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Fast 6.900 Fälle im ersten Halbjahr - Zuwachs plus 17,4 Prozent - Dramatische Erhöhung bei Einzelunternehmen

Wien - Österreich steuert einem neuen Pleitenrekord entgegen. Die Zahl der Firmenzusammenbrüche und der Privatkonkurse nahm im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um 17,4 oder um 1.019 Fälle auf 6.873 Insolvenzen zu. Davon entfielen 3.594 Fälle auf Unternehmenspleiten und 3.279 auf Private. Der dramatische Anstieg zeige das "ungeschminkte Spiegelbild der wirtschaftlichen Situation am Standort Österreich", so der Alpenländische Kreditorenverband (AKV), anlässlich der vorliegenden Insolvenzstatistik für das erste Halbjahr 2005.

Mit einem Plus um 522 Fälle sind die Privatinsolvenzen im Jahresabstand stärker angestiegen als die Firmenpleiten mit plus 497 Fälle. Im Detail wurden im ersten Halbjahr 42 Ausgleiche angemeldet, das waren um fast 21 Prozent weniger als im Vorjahreshalbjahr. Bei den Konkursen gab es einen Anstieg um 12,1 Prozent auf 4.168 Fälle. Insgesamt nahmen damit die eröffneten Verfahren um 11,6 Prozent auf 4.210 Fälle zu. Dramatisch angestiegen ist hingegen die Zahl der mangels Masse abgewiesener Konkursanträge, und zwar um fast 28 Prozent auf 2.663 Fälle.

Der Großteil der Unternehmensinsolvenzen, nämlich 60 Prozent, entfällt auf Einzelfirmen, deren Inhaber allen Gläubigern persönlich und unbeschränkt haften. Der Anteil der GmbH beträgt im Vergleich dazu lediglich 29 Prozent. Der Weg vom insolvenzverfangenen Einzelunternehmer zum typischen Schuldner eines Privatkonkusverfahrens sei mitunter sehr kurz, so der AKV.

In der Insolvenzanfälligkeit hat im 1. Halbjahr 2005 das Gastgewerbe und die Hotellerie mit 601 fällen das Bauhaupt- und Nebengewerbe auf den zweiten Platz verdrängt. Das Transportgewerbe, das durch besonders intensiven Wettbewerb und dem kontinuierlichen Anstieg bei den Treibstoffpreisen unter Druck gerät, hält nach wie vor Rang drei.(APA)

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