Warnung: Das falsche Urlaubs-Souvenir kann zur Haft führen

15. Juli 2005, 21:26
posten

WWF zum Artenschutz: Der illegale Handel boomt - im Zweifelsfall sollte auf den Kauf verzichtet werden

Wien - Der Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten bzw. Produkten daraus ist neben der Zerstörung der Lebensräume die Hauptursache für die Gefährdung vieler Arten. Gerade in der Urlaubzeit ist die Gefahr groß, dass Tausende getrocknete Seepferdchen, kiloweise Korallen, Stör-Kaviar oder Elfenbein illegal als Reisemitbringsel enden. Auch der Handel mit lebenden Tieren - insbesondere Reptilien - für den weltweiten Haustiermarkt steigt auffällig an.

Der WWF hat deshalb am Donnerstag gemeinsam mit dem Lebensministerium und der Österreichischen Zoo Organisation (OZO) eine Informationskampagne gestartet. "Das falsche Souvenir im Handgepäck kann UrlauberInnen am Zoll große Schwierigkeiten bereiten, ebenso der Kauf eines geschützten Papageis ohne die nötigen Genehmigungen", sagt Mag. Jutta Jahrl, WWF-Artenschutzexpertin, bei der Pressekonferenz im Tiergarten Schönbrunn in Wien, "denn bei Verstößen gegen die Gesetze zum Schutz von Tier- und Pflanzenarten drohen Freiheitsstrafen von bis zu 2 Jahren."

Artenschutz

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) und noch strengere EU-Gesetze regeln den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Mehr als 30.000 Arten sollen so vor dem Aussterben geschützt werden. "Es ist für Reisende unmöglich, alle Arten auf dieser Schutz-Liste zu kennen, daher ist es wichtig, im Zweifelsfall auf den Kauf des begehrten Souvenirs zu verzichten", sagt DI Günter Liebel vom Lebensministerium, der CITES-Vollzugsbehörde in Österreich, die die nötigen Genehmigungen ausstellt und Auskünfte erteilt.

Neben dem legalen Handel mit geschützten Arten werden am Zoll auch immer wieder bedrohte Tier- und Pflanzenarten bzw. Produkte aus diesen beschlagnahmt. "Die Bandbreite reicht dabei - wie z.B. im Vorjahr - von Elfenbeinschnitzereien, über Wolfsfelle und Reptilienlederprodukte, Stör-Kaviar, Kakteen und Orchideen bis zu lebenden Papageien, Greifvögeln und Reptilien", beschreibt DI Liebel das brisante Problem.

Informationen

In den Tiergärten Herberstein, Schönbrunn, Salzburg, Schmiding bei Wels (OÖ), dem Alpenzoo Innsbruck und dem Haus des Meeres in Wien, in zahlreichen Reisebüros, Zollstationen und Flughäfen werden auch heuer wieder Informations-Folder für Kinder und Erwachsene aufliegen, damit sich Tierfreunde und Reisende über die Thematik des illegalen Handels mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen raschen Überblick verschaffen können. Die Folder können auch beim WWF unter 01-488 17 222 (Manuel Böck) kostenlos bestellt werden. (red)

Link
WWF
  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.