EuGH-Urteil: ÖH befürchtet "trojanisches Pferd"

14. Juli 2005, 14:39
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Zugangsbeschränkungen auch in anderen Fächern bzw. bei Wechsel auf Magister- bzw. Doktorat-Studium

"Enttäuscht, aber angesichts der geringen Bemühungen Österreichs auf EU-Ebene nicht überrascht" zeigt sich die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Die stellvertretende ÖH-Chefin Barbara Blaha (Verband Sozialistischer StudentInnen/VSStÖ) befürchtete gegenüber der APA, dass die nun geplante befristete Ermächtigung der Rektoren zu Zugangsbeschränkungen für Studienanfänger in einzelnen Fächern als "trojanisches Pferd" für Hürden auch in anderen überfüllten Studienrichtungen bzw. beim Wechsel von Bakkalaureat- auf Magisterstudien bzw. auf das Doktorat dienen könnten.

Als Beleg dafür wertete ÖH-Vorsitzende Rosa Nentwich-Bouchal (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS), dass auch in der Betriebswirtschaftslehre (BWL), für die in Deutschland der Numerus Clausus (NC) abgeschafft wurde, Zugangsbeschränkungen eingeführt werden können. Dies sei nicht zuletzt auf das Drängen und den Einfluss von Rektoren-Chef und Wirtschaftsuni-Rektor Christoph Badelt zurückzuführen. Auf das Angebot der ÖH, Alternativen auf längere Sicht zu etablieren, sei dieser bisher nicht eingegangen, so Nentwich-Bouchal.

Auch Nentwich-Bouchal befürchtet, dass mit der nun geplanten befristeten Ermöglichung von Platzbeschränkungen für Studienanfänger "Tür und Tor geöffnet werden" für Schranken in anderen Gegenständen bzw. für weiterführende Studien. Dann könne man gleich "in einem Aufwaschen sauber aufräumen". Keine Freude hat sie auch damit, dass Beschränkungen nur von den Rektoraten ausgearbeitet werden könnten. (APA)

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