Keine Kämme mehr im Londoner Unterhaus

11. Juli 2005, 22:13
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Hygiene vor Schönheit - Das jähe Ende einer Tradition löst bei den Parlamentariern Kopfschütteln aus

London - Hygiene geht im britischen Unterhaus vor Schönheit: Als Schutz vor der Übertragung von Kopfläusen oder gar Krankheiten wie Aids sind Gemeinschaftskämme und -bürsten aus den Toiletten des Parlaments verbannt worden.

Seit Jahrhunderten standen sie den Abgeordneten zur Verfügung, um sich vor einer Sitzung oder einem Termin mit Besuchern schnell noch die Haare zu glätten. Das jähe Ende der Tradition löste bei den Parlamentariern Kopfschütteln aus: "Gesundheit und Sicherheit sind aus dem Ruder geraten", sagte der Konservative Anthony Steen. "Das ist Irrsinn."

Parlamentspräsident Michael Martin trat derweil Befürchtungen entgegen, dass die Zeiten korrekt frisierter Abgeordneter vorbei seien: "Jeder kann seinen eigenen Kamm mitbringen", versicherte er. Laut Nick Harvey von den oppositionellen Liberaldemokraten gab es in den vergangenen zehn Jahren keine Fälle von Infektionen durch gemeinschaftlich genutzte Kämme und Bürsten im Londoner Unterhaus. "Das Risiko ist niedrig - aber es existiert", sagte der Abgeordnete. Er selbst sei allerdings "nie in Versuchung gekommen, diese Objekte zu benutzen".(APA)

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