Löschnak zu Kurdenmorden: "Es wurde kein Druck ausgeübt"

16. Juli 2005, 17:12
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Ex-Innenminister gibt jetzigen Justiz-Erhebungen wenig Erfolgsaussichten

Wien - Ex-Innenminister Franz Löschnak hat bekräftigt, dass die iranischen Behörden im Zusammenhang mit den Kurdenmorden in Wien 1989 keinen Druck auf Österreich ausgeübt hätten. "Auf uns wurde kein Druck ausgeübt", sagte Löschnak der Tageszeitung "Kurier" (Donnerstagsausgabe). "Wir haben die Botschaft überwacht, durften aber nicht rein. Vielleicht sind sie mit dem Diplomatenauto raus gefahren. Es war schwierig, Maßnahmen zu ergreifen", sagte Löschnak auf die Frage, wie die drei Mordverdächtigen, die in der iranischen Botschaft untergetaucht waren, flüchten konnten.

Löschnak wies auch den Vorwurf zurück als "Unsinn", ein Tatverdächtiger sei mit Polizeischutz zum Flugzeug geleitet worden. "Wenn ich mich richtig erinnere, ging es um einen Verletzten, nicht um einen Tatverdächtigen." Er wisse auch nichts von der Aussage eines pensionierten österreichischen Diplomaten, dass Teheran damals klar gemacht habe, es könnte "gefährlich werden" für die Österreicher im Iran, sollten die Tatverdächtigen nicht ausreisen dürfen.

Den derzeitigen Erhebungen der Justiz in Sachen Kurdenmorde räumt Löschnak wenig Erfolgschancen ein: "Es war schon damals nicht möglich, die Hintermänner auszuforschen. Wie soll das auf einmal nach 16 Jahren gehen?" Er würde keinen Zusammenhang mit den Kurdenmorden und dem designierten iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad herstellen. (APA)

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