Pakistan: Vergewaltigung wegen "Rettung der Familienehre"

8. Juli 2005, 18:38
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Frau entführt, tagelang gefoltert - Präsident verurteilt diese verbreitete Praxis

Multan - In Pakistan haben offenbar acht Männer gemeinsam eine Frau tagelang gefoltert und vergewaltigt, um die Familienehre wiederzuherstellen. "Die Beschuldigten sagen, sie hätten diese schreckliche Tat zur Rettung ihrer Ehre begangen", sagte ein Polizist am Mittwoch.

Der Frau selbst hätten sie nichts vorgeworfen. Einer ihrer Cousins jedoch habe eine Affäre mit der Tochter des Hauptverdächtigen unterhalten. Fünf Männer seien wegen der Entführung und Vergewaltigung Ende seit Juni im Gefängnis, einer unter Kaution auf freiem Fuß und zwei flüchtig.

Freispruch

Die Frau wurde den Angaben zufolge in der Provinz Punjab entführt, wo sechs Männer im Jahr 2002 auf Anordnung eines Dorfrates die heute 33-jährige Muchtaran Mai vergewaltigten. Ihr Bruder hatte ein Verhältnis mit einer Frau, weshalb sich deren Familie in ihrer Ehre verletzt sah. Der Fall erregte internationales Aufsehen, unter anderem weil die Verdächtigten zunächst freigesprochen wurden.

Schreckliche Praxis

Hunderte Pakistanerinnen werden jedes Jahr vergewaltigt oder getötet. Die Täter wollen so eine angebliche Ehrverletzung der Familie wiedergutmachen. Pakistans Präsident Pervez Musharraf hat diese Praxis vergangene Woche verurteilt und den Opfern Gerechtigkeit versprochen. Zudem lud er Frauen aus aller Welt ein, um bei einer Konferenz über das Problem zu sprechen. (APA/Reuters)

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