"Das Bild entwickelt sich"

31. Juli 2005, 18:23
posten

Staatsanwaltschaft will weitere Verdächtige nicht ausschließen - Personal-Vorstand Hartz weist Vorwürfe zurück

Braunschweig/Wolfsburg - Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bereitet sich in der Volkswagen-Korruptionsaffäre auf größere eigene Ermittlungen vor. Sprecher Klaus Ziehe sagte am Mittwoch, die Sichtung der von VW übergegebenen Unterlagen werde "keine Ewigkeit mehr dauern".

Neue Einzelheiten aus den Unterlagen teilte er nicht mit, fügte aber hinzu: "Das Bild entwickelt sich." Der Ex-VW-Betriebsratschef Klaus Volkert und VW-Personalvorstand Peter Hartz hatten schon am Vorabend in getrennten Stellungnahmen Vorwürfe zurückgewiesen.

Weiterhin gelten der frühere Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster und Klaus-Joachim G. aus der VW-Personalabteilung als verdächtig. Gegen sie wird wegen Verdachts der Untreue und des Betruges ermittelt.

Weitere Verdächtige möglich

Ziehe schloss nicht aus, dass weitere Straftaten oder Verdächtige hinzukommen. "Wir müssen alle Sachverhalte ausforschen, die strafrechtlich relevant sein können", sagte er. Das gelte auch für entlastende Fakten.

Volkert erklärte über seine Anwälte, mit Bestürzung habe er erfahren müssen, "dass die mir über viele Jahre gemeinsamer Arbeit für den VW-Konzern verbundenen genannten Herren im Verdacht stehen, durch Manipulationen und Einschaltung eines Geflechts von Tarnfirmen Geldleistungen an dazu nicht berechtigte Personen zum Nachteil ihrer Arbeitgeber ermöglicht zu haben".

Er fügte hinzu: "Mich mit solchen Vorgängen auch nur im Entferntesten in Verbindung zu bringen, ist eine infame Verleumdung, gegen die ich mich mit allen rechtlich gebotenen und möglichen Mitteln zur Wehr setzen werde."

Er bedaure, sich auf Drängen Schusters und des anderen VW-Mitarbeiters "neben anderen Personen zur Übernahme eines Gesellschafteranteils an einer Gesellschaft F-Bel bereit gefunden zu haben, die sich danach um die Einrichtung eines Skoda-Forums in Prag bewerben wollte", hieß es in der Erklärung weiter. Das Projekt sei aber nie umgesetzt worden, er habe kein Geld damit verdient.

Hartz weist Vorwürfe zurück

Hartz wies auf Anfrage Vorwürfe zurück: "Die Vermutung der Süddeutschen Zeitung 'VW-Vorstand soll Betriebsrat gekauft haben', ist absurd. Niemandem im Vorstand sind solche Vorgänge bekannt und niemand im Vorstand hätte sie gebilligt. Ich weise die Verunglimpfungen aufs Schärfste zurück." Der Konzern werde alle Vorwürfe aufklären. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.