Anschlagsserie im Kosovo: Bekennerschreiben

8. Juli 2005, 16:29
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Mehrere Bombenexplosionen in den vergangenen Tagen - Anschläge auf neue serbische Partei und Haus eines Serben - Unbekannte Gruppe

Belgrad/Pristina - Aus der von der UNO verwalteten südserbischen Provinz Kosovo wird in den vergangenen Tagen wiederholt von Sprengstoffexplosionen berichtet. Der jüngste Sprengstoffangriff ereignete sich in der Nacht auf Dienstag in der Stadt Vitina im Osten des Kosovo. Vor dem Haus eines Serben explodierte Sprengstoff. Verletzt wurde niemand, es entstand Sachschaden, teilte das Belgrader Koordinierungszentrum für das Kosovo am heutigen Mittwoch mit.

Die Familie von Srecko Milkic lebt demnach seit Jahren in der serbischen Stadt Smederevo, östlich von Belgrad. Wegen Schulferien haltet sie sich zur Zeit allerdings in ihrem Wohnheim in Vitina auf.

Anschlag auf Partei-Büro

Von einer Bombenexplosion wurde am Montag in der serbischen Kommune Zubin Potok bei Mitrovica im Norden der Provinz berichtet. Der Bombenanschlag galt den Büroräumen der neulich gegründeten Serbischen Demokratischen Partei (SDS), deren Gründer, Slavisa Petkovic, der einzige serbische Minister in der Provinz-Regierung ist. Petkovic ist in der Kosovo-Regierung für die Rückkehr von Flüchtlingen zuständig. Der SDS-Leiter unterhält so gut wie keinen Kontakt zu den Belgrader Behörden.

Unbekannte Gruppe übernimmt Verantwortung

Die in Pristina erscheinende Tageszeitung "Express" berichtete in ihrer Ausgabe vom Mittwoch, dass eine unbekannte Gruppe die Verantwortung für drei Sprengstoffexplosionen übernommen habe, die sich am Samstag im Stadtzentrum von Pristina ereigneten. Die Gruppe hat demnach dem Blatt SMS-Messages geschickt, ohne ihre Forderungen genauer zu präzisieren.

Besuch von Vuk Draskovic

Die Kosovo-Institutionen wurden darin allerdings darauf aufmerksam gemacht, keine Kompromisse zu machen, wenn es um die auf Unabhängigkeit gerichteten Interessen der albanischen Volksgruppe geht. Als weitere Gründe für die Sprengstoffangriffe wurden auch die schlechte Wirtschaftslage, große Arbeitslosigkeit, aber auch der neuliche Besuch des serbisch-montenegrinischen Außenministers Vuk Draskovic im Kosovo genannt.

Die demokratischen Standards im Kosovo seien nicht durch Gewalt zu erreichen, warnte indes die Sprecherin des EU-Außenpolitikbeauftragten, Christina Gallach, gegenüber der Belgrader Nachrichtenagentur Beta. (APA)

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    In Pristina wurde das Gebäude der UN-Flüchtlings- kommission nach einer Anschlagswarnung gesperrt.

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