Raiffeisen bleibt an Aval Bank dran

29. Juli 2005, 11:43
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Due-Diligence-Prüfung dauerte länger - Lippo-Verkauf demnächst - RZB-Chef erfreut über RI-Aktionäre: "Unsere Kunden zocken nicht"

Wien - Seit Anfang Mai verhandelt Raiffeisen-International-Bankchef Herbert Stepic um die Aval Bank, die mit etwa 19.000 Beschäftigten zweitgrößte Bank der Ukraine. Die Entscheidung verzögert sich weiter.

"Es zieht sich nach wie vor hin", bestätigte RZB-Chef Walter Rothensteiner am Mittwoch. Er sitzt auch dem Aufsichtsrat der seit Ende April börsenotierten Raiffeisen International AG (RI) vor, in der die Ostbanken des Konzerns zusammengefasst sind.

Die Verzögerungen liegen nicht auf Seite Raiffeisens, ließ Rothensteiner durchblicken. "Aber wer Herbert Stepic kennt, weiß dass er deswegen nicht nachgibt, sondern zu großer Form aufläuft", so Rothensteiner heute im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Verzögerung

Ursprünglich wollte Raiffeisen bereits Ende Mai Klarheit über den Großeinkauf in der Ukraine haben. Über die Gründe der Verzögerungen äußern sich die Raiffeisen-Manager nur verhalten. Im Rahmen der Due Diligence Prüfung (Unternehmensprüfung) seien die verlangten Zahlen nicht zeitgerecht geliefert worden.

Und seit man das Faktum der Akquisitionsverhandlungen in den Börseprospekt schreiben musste, "weiß die ganze Welt, dass die Bank interessant ist". Eine Entscheidung über eine Übernahme werde in den nächsten Wochen fallen.

Rückzug aus Indonesien

Rothensteiner bekräftige zudem den Plan, sich in Indonesien von der vor eineinhalb Jahren erworbenen Beteiligung an der dortigen Lippo Bank zu trennen. Die RZB hatte Anfang des Vorjahres innerhalb eines Konsortiums ein Achtel an der Bank gekauft - dem Vernehmen nach für 35 Mio. US-Dollar (heute rund 29 Mio. Euro).

Die Bank ist nach Branchenkreisen heute viel mehr wert geworden. Dazu Rothensteiner nur: "Unsere Leute in Singapur sagen mir, wir werden da ein gutes Geschäft machen". Der Verkauf der Anteile geht in den nächsten Wochen über die Bühne.

Zufriedenheit über Kursentwicklung

Sichtlich zufrieden zeigte sich Rothensteiner über die Kursentwicklung der Raiffeisen-International-Aktie nach den ersten 70 Tagen an der Börse. "Unsere Kunden zocken nicht, schmeißen nichts auf den Markt". Raiffeisen hat seine Emission zu einem guten Teil bei eigenen Kunden platziert. (APA)

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    RZB-Chef Walter Rothensteiner freut sich über die Beständigkeit seiner Aktionäre.

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