3. Etappe: Ausreißer prägen Chaos

29. Juni 2006, 15:36
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Den Bakker zum Sieger in Kitzbühel erklärt - Palumbo als ursprüng­licher Gewinner zurück­gereiht - Harald Morscher Siebenter

Kitzbühel - Verwirrung um den Sieger nach der dritten Etappe der Österreich-Rundfahrt von Lienz nach Kitzbühel: Der Italiener Giuseppe Palumbo hatte im Finish so wie drei seiner Fluchtgefährten die falsche Strecke gewählt, daher fiel der Sieg dem Niederländer Marten den Bakker zu, der von den sechs Ausreißern gemeinsam mit dem Polen Przemislaw Niemec richtig gefahren war. Palumbo wurde an die dritte Stelle gereiht. Ruhiger hatten es die Besten der Gesamtwertung: Der Spanier Juan Miguel Mercado verteidigte das Gelbe Trikot vor dem Bergzeitfahren am Donnerstag auf das Horn erfolgreich.

Schon nach rund zehn Kilometern hatte sich eine siebenköpfige Spitzengruppe gebildet, der Hans Peter Obwaller als einziger Österreicher angehörte. Am Felbertauernpass hatten die Ausreißer gut drei Minuten Vorsprung, doch gleich danach im Tunnel hatte der Salzburger Defekt. Obwaller verlor den Anschluss und wurde vom Feld geschluckt. Sein Pech war das Glück der anderen "Flüchtlinge". Denn eine Spitzengruppe mit dem Gesamt-Neunten (+2:50) wäre wohl schärfer gejagt worden, als jenes verbliebene Sextett, in dem Jürgen van de Walle (BEL) mit 6:13 Minuten Rückstand Gesamt-Bester war.

So verbrachten die Bestplatzierten der Gesamtwertung im Feld einen halbwegs ruhigen Tag und konnten Kräfte für die Kletterei auf das Kitzbühler Horn (10 km/Höhendifferenz 910 m) am Donnerstag schonen. Gerhard Trampusch als Gesamt-Dritter (+1:05) und Bernhard Kohl als Sechser (1:47) hatten ihre Blicke nach vorne gerichtet, hofften sogar auf eine Verbesserung. Obwaller kämpfte als Neunter (2:50) um einen Spitzenplatz auf den restlichen Etappen und das Bergtrikot. Das von Harald Morscher angeführte Feld hatte 2:30 Minuten Rückstand, der Vorarlberger war als Siebenter bestplatzierter Österreicher der Etappe.

Marten den Bakker, der neun Mal die Tour de France gefahren ist, wurde diesmal nicht berücksichtigt, und holte sich in Österreich einen Sieg, über den er sich erst mit Verspätung freuen durfte. Für den 36-jährigen Rabobank-Profi, in den Rundfahrten und Klassikern wertvoller Helfer von Michael Boogerd und Oscar Freire, war die Sache klar: "Ich habe die richtige Linie gewählt, die vor mit platzierten Fahrer sind falsch gefahren."

Palumbo war an der Spitze der Ausreißer hinter den von der offiziellen Strecke abbiegenden Begleitfahrzeugen nachgefahren und fand sich plötzlich vor einer Absperrung wieder. Er sprang so wie Marco Serpellini (ITA), Frazer MacMaster (NZL/Volksbank Vorarlberg) und van de Walle über das Gitter, stieg aufs Rad und sprintete zum vermeintlichen Sieg. "Ich komme aus Sizilien, ich kann nicht jede Straße in Österreich kennen", meinte der 29-Jährige verärgert. Doch die Regeln sind klar: Jeder Fahrer ist selbst dafür verantwortlich, die richtige Strecke zu wählen. (APA/red)

Dritte Etappe, 179 km, Lienz - Kitzbühel:

1. Maarten Den Bakker (NED/Rabobank) 4:06:59 Stunden - 2. Przemyslaw Niemec (POL/Miche) - 3. Giuseppe Palumbo (ITA/Aqua & Sapo) - 4. Marco Serpellini (ITA/Gerolsteiner) - 5. Fraser MacMaster (NZL/Volksbank) - 6. Jurgen Van de Walle (BEL/Landbouwkre) alle gleiche Zeit - 7. Harald Morscher (AUT/Volksbank) + 2:30 Minuten - 8. Jukka Vastaranta (FIN/Rabobank) 2:32 - 9. Giosue Bonomi (ITA/Lampre) - 10. James Vanlandschoot (BEL/Landbouwkre) - 11. Jochen Summer (AUT/Elk Haus) - weiter: 15. Werner Riebenbauer (AUT/Team APO) - 16. Martin Comploi (AUT/Elk Haus) - 19. Christoph Kerschbaum (AUT/Sky Plastic) - 26. Gerhard Trampusch (AUT/Akud) - 30. Erik Zabel (GER/T-Mobile) - 44. Juan Miguel Mercado (ESP/Quickstep) - 56. Bernhard Kohl (AUT/T-Mobile) - 72. Harald Totschnig (AUT/Elk Haus) - 88. Hans Peter Obwaller (AUT/Sava) - 105. Peter Luttenberger (AUT/CSC) alle gleiche Zeit - 126. Rene Haselbacher (AUT/Gerolsteiner) 2:55

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    Giuseppe Palumbo kam als Erster in Kitzbühel an und wurde dennoch nur Dritter.

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    Den Bakker fand den richtigen Weg ins Ziel und siegte.

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    Das Peloton bei der Auffahrt zum Felbertauern.

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