Pamplona: Über 20 Verletzte nach drei Tagen Stiertreiben

9. Juli 2005, 17:14
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Bei der Hetzjagd der Tiere durch die engen Gassen ist nur eine Zeitung als Waffe erlaubt

Pamplona - Beim traditionellen Stiertreiben im nordspanischen Pamplona sind am Freitag 25 Menschen verletzt worden. Obwohl zum ersten Mal ein Antirutschmittel eingesetzt wurde, stürzten auf dem glitschigen Kopfsteinpflaster erneut zahlreiche Teilnehmer.

Die gefährliche Hatz verlief dennoch so unblutig wie seit Jahren nicht mehr.

Ein Zeitung als Waffe

Bei dem von Tierschützern kritisierten Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen sechs Kampfstiere und sechs zahme Leitochsen durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von Toreros getötet werden. Hunderte Männer, die "mozos", laufen dabei vor den Tieren her. Als einzige "Waffe", um die Kolosse von sich fern zu halten, dient ihnen eine zusammengerollte Zeitung.

Seit 1924 sind bei den traditionellen Stiertreiben ("encierros") 14 Läufer ums Leben gekommen, zuletzt 2003 ein 62-jähriger Spanier. Die Hatz ist diesmal dem Amerikaner Matthew Peter Tassio gewidmet. Der 22 Jahre alte Tourist wurde vor zehn Jahren als bisher letzter Ausländer von einem Stier aufgespießt und getötet worden.

Das Spektakel ist der Höhepunkt des Volksfestes zu Ehren von Pamplonas Schutzpatron San Fermín. Es wurde durch Ernest Hemingways Roman "Fiesta" weltbekannt. Rund um die Feierlichkeiten hat es seit Mittwoch 335 Verletzte gegeben, viele von ihnen wurden wegen Alkoholvergiftungen behandelt.(APA)

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    Anhänger der Tierjagd tragen weißen Hemden und roten Halstücher

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