Kein Verzicht auf Urananreicherung

13. Juli 2005, 16:22
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Widersprüchliche Berichte über Rücktritt von EU-Atomverhandler Rohani

Teheran/Washington - Iran will nach den Worten von Außenministeriumssprecher Hamid-Reza Assefi nicht auf das Recht zur Urananreicherung verzichten. "Fakt ist, dass der Iran keinen europäischen Vorschlag akzeptieren wird, in dem das Recht zur Urananreicherung nicht enthalten und nicht anerkannt ist", wurde Assefi am Mittwoch von der studentischen Nachrichtenagentur ISNA zitiert.

Spekulationen über Rücktritt von Rohani

In Teheran gab es am Mittwoch widersprüchliche Angaben über einen angeblichen Rücktritt des iranischen Atombeauftragten Hassan Rohani gegeben. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete ohne genauere Nennung einer Quelle, Rohani habe bei Staatschef Mohammad Khatami seinen Rücktritt von der Leitung des Obersten Rates für nationale Sicherheit eingereicht. Der Sprecher des Rates, Ali Agha Mohammadi, nannte die Meldung hingegen "völlig falsch". Ein Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt würde keinen Sinn ergeben. Im übrigen habe sich Rohani am Mittwoch noch mit dem neu gewählten iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad getroffen, fügte Mohammadi hinzu.

Ahmadinejad will Verhandlungen fortsetzen

Rohani gilt als Vertrauter des ehemaligen iranischen Präsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani, der vor zwei Wochen in der Stichwahl um das Präsidentenamt gegen den Ultrakonservativen Ahmadinejad unterlegen war. Nach dem Wahlsieg Ahmadinejads hatte die EU befürchtet, dass dieser die Atomverhandlungen beenden könnte. Ahmadinejad, der am 3. August sein Amt antritt, hatte allerdings versichert, die Verhandlungen fortsetzen zu wollen. Dabei verwies er auf das Recht seines Landes auf die Weiterentwicklung seiner zivilen Nukleartechnologie.

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den EU-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien waren vor kurzem beinahe gescheitert. Die EU-Staaten versuchen seit Dezember, Teheran zum endgültigen Verzicht auf die Anreicherung von Uran bringen. Sie wollen eine Garantie erhalten, dass das iranische Atomprogramm ausschließlich für zivile Zwecke genutzt wird. Im Gegenzug will die EU die Zusammenarbeit mit Teheran in den Bereichen Atomtechnologie, Politik und Wirtschaft verstärken. Der Iran fordert bis August konkrete Angebote.

Frankreich: Kin militärisches Atomprojekt im Iran

Frankreichs Außenminister Philippe Douste- Blazy bekräftigte am Dienstag, dass die Europäische Union eine Wiederaufnahme der Urananreicherung in Iran nicht hinnehmen werde. "Ich will klar herausstellen, dass die EU ein militärisches Atomprojekt Irans nicht akzeptieren wird", sagte Douste-Blazy ain Washington nach einem Treffen mit seiner amerikanischen Amtskollegin Condoleezza Rice.

Um Atomenergie nutzen zu können muss das spaltbare, aber äußerst seltene Isotop Uran 235 aus natürlichem Uran 238 gewonnen werden. Dies geschieht in der Regel durch Anreicherungszentrifugen. Je nach Anreicherungsgrad kann das Uran in Atomkraftwerken oder in Atomwaffen verwendet werden. (APA/dpa/Reuters/AFP)

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    Chefverhandler Hassan Rohani gilt als Vertrauter des gescheiterten Präsidentschafts- kandidaten Rafsanjani.

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