Die harmlose Ringelnatter im Garten

15. Juli 2005, 21:26
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Die Lebensräume der heimischen Schlange sind bedroht - Tipps für GartenbesitzerInnen

Wien - Mit der Wahl der Ringelnatter (Natrix natrix) zur Art des Monats Juli will der Naturschutzbund Österreich auf die Situation heimischer Schlangen aufmerksam machen und die Bevölkerung für diese Tiere sensibilisieren.

Ihr Vorkommen erstreckt sich meist über mehrere kleinflächige Lebensräume, großflächige Gebiete mit bedeutenden Ringelnatterpopulationen existieren nur noch wenige. Wie viele andere an Wasser gebundene Tierarten ist auch für die Ringelnatter die Vernichtung ihres Lebensraumes Hauptursache für ihren Bestandsrückgang. Entwässerung von Feuchtgebieten, intensive Teichbewirtschaftung, Flurbereinigung und Kanalisierung von Gewässern gefährden diese Art(en) ebenso wie die Landschaftszerschneidung durch Straßen und Wege.

Lebensräume

Dabei sind stehende Kleingewässer, wie Tümpel, Teiche, Altwässer und krautreiche Gräben, Heimat und Lebensgrundlage tausender Tier- und Pflanzenarten. Sie sind Laichplätze für Fische und Amphibien, Brut- und Rastplätze für Wasservögel und bieten Tränk- und Badegelegenheit für Säugetiere, Vögel und Insekten. Und sie stellen einen Großteil der Nahrungsreserven für Insektenfresser, wie Fledermäuse und Vögel, bereit.

Viele Tiere, z.B. Frösche, Kröten oder Libellen sind in ihrer Fortpflanzung auf Tümpel und Teiche angewiesen. Da sie sich aber als erwachsene Tiere oft weit vom Gewässer entfernen, reicht die Bedeutung selbst des kleinsten Gewässers weit über seine Ufer in die Landschaft hinaus. Bedingt durch den Habitatverlust kommt die Ringelnatter mittlerweile vermehrt auch in Kleingartensiedlungen mit Gartenteichen und Komposthaufen, vereinzelt kann man sie sogar im Stadtgebiet antreffen.

Lesen Sie auf den nächsten Seiten mehr über die Ringelnatter und wie Sie ihr helfen können ...

Hilfe für die Ringelnatter

Artenschutzmaßnahmen können nur greifen, wenn sie entsprechend in der Landschaftsplanung berücksichtigt werden. Hier gilt vor allem, die noch vorhandenen Feuchtgebiete zu schützen, also bestehende Biotope pflegen und deren Vernetzung zu fördern bzw. neue Feuchtgebiete anzulegen sowie kanalisierte Fließgewässer und ehemalige Auen wieder zu renaturieren – mit jeweils großzügigen Pufferzonen.

Aber selbst GartenbesitzerInnen können mit gezielten Aktionen die Lebensbedingungen für die Ringelnatter verbessern. Dazu empfiehlt der Naturschutzbund:

  • Anlage von Amphibiengewässern mit einer naturnahen, nicht kompakt verbauten Ufergestaltung.
  • Schaffung einer vielfältigen Geländestruktur durch Stein- und Holzhaufen.
  • Deponieren abgeschnittener Büsche an geeigneten Stellen (Eiablageplätze).
  • rechtzeitige Pflegemaßnahmen gegen eine mögliche Verbuschung.
  • Verzicht auf Chemie im Garten.

    Den Tag beginnt die Ringelnatter (Natrix natrix) meist mit einem ausgedehnten Sonnenbad an geschützten Stellen oder auf Seerosenblättern in Teichen. So nutzt sie als wechselwarmes Tier ideal die Wärme des Umfeldes zur Steigerung ihrer Körpertemperatur. Die Ringelnatter ist groß und kräftig gebaut, sie kann ausgezeichnet schwimmen und im Wasser jagen. Sie ist nicht wehrhaft und hat viele Feinde: Greifvögel, Reiher, Katzen, Füchse, Marder etc.

    Daher sind sie sehr scheu und fliehen bei Bedrohung schnell und geräuschlos ins Wasser oder in ein Versteck. Kommt die Natter nicht schnell genug weg, zischt sie laut und führt Scheinbisse aus, um den Gegner einzuschüchtern. Zeigt auch das keinen Erfolg, stellt sie sich tot: Unter krampfartigen Zuckungen verdreht sie den Körper und lässt ihre Zunge heraushängen. Die Bewegungslosigkeit täuscht vor allem jene Feinde, deren Sehvermögen auf sich bewegende Opfer optimiert ist. Will man das Tier in die Hand nehmen, sondert es eine übel riechende Mischung aus Kot und Analdrüsensekret ab. (red)

    • Eine schwimmende Ringelnatter - die Schlange wurde stellvertretend für heimische Schlangen zur Art des Monats Juli gekürt. (Foto: Werner Gamerith)
      foto: naturschutzbund/werner gamerith

      Eine schwimmende Ringelnatter - die Schlange wurde stellvertretend für heimische Schlangen zur Art des Monats Juli gekürt. (Foto: Werner Gamerith)

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