Prinz Albert von Monaco bekennt sich zu zweijährigem Sohn

15. Juli 2005, 22:08
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Der kleine Alexandre hat Anrecht auf Erbe aber keinen Anspruch auf die Erbnachfolge - auch Mutter kämpft um ihren Status

Paris - Nach dem Ende der Trauerfrist für verstorbenen Fürsten Rainier III. macht Sohn Albert, der am kommenden Dienstag festlich seine Nachfolge feiert, nun reinen Tisch. Fürst Albert II. von Monaco erkennt seinen bald zweijährigen Sohn Alexandre öffentlich an.

Mutter kämpft um ihren Status

Nun kämpft die Mutter Nicole Coste auch um ihren eigenen Status. Angesichts der Berichterstattung über die Affäre könne Coste wegen ihrer Bekanntheit nicht mehr arbeiten, erklärte ihr Rechtsanwalt Daniel Vaconsin. Coste ist derzeit im Mutterschutzurlaub.

"Meine Klientin braucht einen Status, um nicht mehr vom guten Willen des Anwalts des Fürsten abzuhängen, der ihr regelmäßig Geld überweist", sagte Vaconsin. Er hoffe, dass die Anerkennung des 22-monatigen Kindes helfe, die Lage zu klären. Mit der Anerkennung Alexandres durch Albert II. werde "das Problem der Unterhaltszahlung und des Status der Mutter nicht geregelt". Zudem bleibe offen, wie das Kind aufgezogen werde.

Jahrelange Beziehung

Alexandre wurde am 24. August 2003 im 14. Pariser Stadtbezirk geboren, in der Geburtsurkunde ließ seine Mutter Nicole Coste den Namen des Vaters frei. Albert wolle, dass sein Sohn "seine Kindheit in Frieden und behütet" verleben könne, ohne von den Medien verfolgt zu werden, erklärte Alberts Anwalt Thierry Lacoste am Mittwoch in Monaco. Über das nichteheliche Kind hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder Spekulationen in der Presse gegeben. Die Mutter des Kindes hat in der Trauerzeit Schlagzeilen mit Enthüllungen über das Kind gemacht. Sie wolle Klarheit und sei keine "Goldgräberin".

Keine Thronchancen aber Erbberechtigung

Das Kind komme trotz der Anerkennung nicht als Thronfolger in Monaco in Frage, sagte der Anwalt weiter. Er werde auch nicht den Namen Grimaldi tragen, allerdings dasselbe Anrecht auf ein Erbe haben, wie mögliche andere Kinder des Prinzen, sofern es diese geben werde. Nach der Änderung der monegassischen Verfassung 2002 haben nur ehelich geborene Kinder Anspruch auf die Erbnachfolge. Die Verfassung Monacos schreibt seither den Katholizismus als Staatsreligion fest.

Kind wurde gleich nach der Geburt notariell anerkannt

Vorwürfe, sie wolle Profit aus der jahrelangen Liaison ziehen, wies die 33-jährige Coste kategorisch zurück. "Man hat mir nie angeboten, mein Schweigen zu erkaufen." Albert habe den bald zwei Jahre alten Alexandre schon bald nach der Geburt notariell anerkannt, "weil er gesehen hat, dass er es in Diskretion tun konnte", erklärte Coste. Die geschiedene Mutter von insgesamt drei Kindern sagte Berichten zufolge, dass auch ein Gentest die Vaterschaft Alberts bestätigt habe.

Liebesgeschichte begann im Flugzeug

Ihr Treffen mit dem damaligen Kronprinzen Albert auf einem Linienflug im Juli 1997 sei "sehr natürlich" verlaufen, "nichts war kalkuliert", sagte Coste der Nachrichtenagentur AFP. Vorwürfe, sie wolle Profit aus der jahrelangen Liaison ziehen, wies sie kategorisch zurück. "Man hat mir nie angeboten, mein Schweigen zu erkaufen."

An die Presse habe sie sich aus Angst gewandt, dass Albert nicht öffentlich zu seinem Sohn stehen könnte. "Für mich wäre es eine Schande, meiner Familie nicht sagen zu können, wer der Vater des Kindes ist." Sie habe Albert erklärt, "dass Alexandre nicht versteckt leben wird".

Fürst Albert II. hingegen denkt nun sogar daran sich bald eine Frau zu suchen, erklärte er in "Le Monde 2". "Ich habe mir in einem etwas verlängerten Junggesellentum gefallen", sagte Albert. "Seien Sie versichert: ich werde heiraten!" Auch er "werde eine Familie gründen".

Akbert will bald Familie gründen

Doch vorher will Albert das Fürstentum gründlich reformieren. "Ich will Moral, Ehrlichkeit und Ethik in den Mittelpunkt meiner Regierung stellen", erklärte Albert. Vor allem der Ruf des Fürstentums als Hafen für Geldschieber und Steuerflüchtlinge stört ihn. Auch über das Bankgeheimnis werde er nachdenken: "Es darf kein Hindernis für unseren ethischen Anspruch sein."(APA,Reuters)

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    Prinz Albert bekennt sich nach zwei Jahren auch öffentlich zu seinem Kind

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