Anhaltender Trend zur Pensions­vorsorge und Wertpapier-Investment

18. Juli 2005, 09:41
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Geldvermögen der österreichischen Haushalte gewachsen - Investment in börsenotierte Aktien im ersten Quartal um das Siebenfache zugenommen - Mit Infografik

Wien - Das Geldvermögen der österreichischen Haushalte ist im ersten Quartal 2005 dank der positiven Performance von Aktien und Investmentzertifikaten mit Kursanstiegen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro gegenüber dem Vorquartal um 1,8 Prozent auf 335,7 Milliarden Euro gewachsen. Der Trend zur privaten Pensionsvorsorge verstärkte sich dabei ebenso wie das Interesse an Wertpapieren, hieß es am Mittwoch in einer Pressemitteilung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).

Die Kreditverschuldung der privaten Haushalte stieg bis Ende März 2005 um 0,8 Prozent auf 120,2 Milliarden Euro. Die Österreicher verschuldeten sich im ersten Quartal 2005 dabei um insgesamt 1,1 Milliarden Euro, davon entfielen 770 Millionen Euro auf Wohnbaukredite und 260 Miollionen Euro auf Konsumkredite.

Verstärkter Trend zu privater Pensionsvorsorge 177,2 Milliarden Euro des Geldvermögens der Österreicher entfielen auf Bargeld und Einlagen, 76,7 Milliarden Euro auf Wertpapiere und 70,03 Milliarden Euro auf Versicherungssparprodukte. Die österreichischen Haushalte investierten im ersten Quartal insgesamt 4,9 Milliarden Euro in Einlagen, Wertpapiere und Versicherungssparprodukte. Der Trend zur privaten Pensionsvorsorge verstärkte sich dabei im ersten Quartal 2005. Die Versicherungssparprodukte stiegen im ersten Quartal 2005 um insgesamt 2,3 Milliarden Euro (nach 1,11 Milliarden Euro im Vorquartal) auf insgesamt 70,03 Milliarden Euro. Davon entfielen 1,7 Milliarden Euro auf zusätzliche Ansprüche aus Lebensversicherungen und 100 Millionen Euro auf Pensionskassen.

Anhaltend hoch war auch das Interesse der Österreicher an Wertpapieren. In den ersten drei Monaten 2005 veranlagten die privaten Haushalte mit 1,8 Milliarden Euro (nach 650 Mio. Euro im Vorquartal) mehr als ein Drittel der Geldkapitalbildung in handelbare Wertpapiere, deren Volumen 76,7 Millionen Euro erreichte. Die starke Nachfrage nach KESt-befreiten Wohnbauanleihen führte zu weiteren Käufen von Bankanleihen, die den größten Teil der Investitionen in festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 270 Millionen Euro bildeten.

Zunehmendes Interesse an Aktien

In börsenotierte Aktien investierten die österreichischen Haushalte im ersten Quartal 677 Millionen Euro - nach nur 100 Millionen Euro im vierten Quartal 2004. Knapp weniger als die Hälfte - 320 Millionen Euro - davon entfielen auf Immobilienaktien, die im ersten Quartal 2005 an der Wiener Börse platziert wurden. Auch das Interesse an Investmentzertifikaten, insbesondere an Rentenfonds, war mit einem Nettoerwerb von 815 Millionen Euro (nach 520 Millionen Euro im Vorquartal) groß. Die privaten Haushalte besaßen per Ende März 37 Prozent der in inländischen Publikumsfonds emittierten Investmentzertifikate.

Relativ schwach entwickelten sich die Einlagepositionen und der Haushalte bei Banken und Bargeldbestände, die im ersten Quartal 2005 um 740 Millionen Euro auf 177,2 Milliarden Euro stiegen (nach plus 3,1 Milliarden Euro im Vorquartal).

Die Geldvermögensbildung der österreichischen Unternehmen erhöhte sich im ersten Quartal 2005 deutlich um 6,7 Milliarden Euro auf 175 Milliarden Euro. Die Kreditverschuldung stieg um 2,6 Prozent auf 323,5 Milliarden Euro. (APA)

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    Infografik: Privatvermögen der Österreicher

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