Schutz gegen Bankomatsprengung

7. Juli 2005, 20:43
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Tinte und Explosionsverzögerung sollen Verbrecher abschrecken

Salzburg - Als Reaktion auf die Serie von Bankomatsprengungen stellte die Salzburger Sparkasse am Mittwoch ein neues Sicherungssystem vor, das bis zum Herbst in allen ihren insgesamt 73 Filialen Anwendung finden soll.

Zwei Faktoren sollen Verbrechen die Coups künftig schwerer machen: Zum einen färbt eine Spezialtinte die Geldscheine bei unbefugter Entnahme ein und macht sie damit unbrauchbar. Zum anderen registrieren die Automaten automatisch, wenn Gas eingeleitet wird, und kontern mit einem speziellen Löschgas. So wird 15-minütige Explosionsverzögerung bewirkt - genug Zeit für die Exekutive, auf einen Alarm zu reagieren.

Schema

Zur Einfuhr verstärkter Sicherheitsmaßnahmen bewog die Salzburger Sparkasse die Raubtour einer Bande, die seit Ende 2004 sechsmal in Österreich Bankomaten gesprengt oder derartige Versuche gestartet hatte. Die vermutlich italienischen Täter gingen dabei immer nach dem selben Schema vor: Sie leiteten Gas in die Geldautomaten in den Foyers der Banken ein und sprengten sie. Die Filiale der Salzburger Sparkasse in Grödig war am 16. März das vierte, die Filiale der Kärntner Sparkasse in Kötschach-Mauthen (Bez. Hermagor) am 5. Juli das vorerst letzte, jedoch durch den zu knappen Einsatz von Gas verfehlte Ziel der bislang unbekannten Bande.

Aktuelle Bedrohungen

Die neuen Anlagen seien eine gute Investition in den Schutz gegen die aktuellen Bedrohungen, sagte Generaldirektor Gernot Mittendorfer bei einer Pressekonferenz in der Filiale in Grödig. "Unser Ziel ist, Abschreckung zu erzeugen. Wir wollen den Räubern signalisieren, kommt nicht zu uns, es zahlt sich nicht aus", betonte Josef Weszelka, Sicherheitsverantwortlicher der Salzburger Sparkasse. Dezente mehrsprachige Aufkleber sollen die Täter abschrecken.

Auch für die Banken in Italien sind Bankomatsprengungen eine Plage. Erst Anfang Juni wurden sieben Personen festgenommen, die bei 14 Delikten über 873.000 Euro geraubt hatten. (APA, hsa, DER STANDARD Printausgabe 7.7.2005)

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