Führungskräfte gegen Gesetz für Offenlegung der Manager-Gehälter

21. Juli 2005, 11:34
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Nach Auffassung des Wirtschaftsforums der Führungskräfte sollen Veröffentlichungen weiterhin auf freiwilliger Basis erfolgen

Wien - Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF), die Interessensvertretung der heimischen Führungskräfte, spricht sich entschieden gegen die gesetzlich reglementierte Offenlegung von Manager-Gehältern aus.

Dem Beispiel aus Deutschland, wo nach dem Bundestagsbeschluss ab dem Frühjahr 2007 die Gehälter der Vorstände von deutschen Aktiengesellschaften per Gesetz veröffentlicht werden müssen, dürfe Österreich nicht folgen, meinte WdF-Vorsitzender Paul Jankowitsch am Mittwoch in einer Pressemitteilung.

Corporate Governance Kodex

Die deutsche Regierung gehe sogar soweit, dass über AGs bei Nicht-Veröffentlichung der Gehälter ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro pro Vorstand verhängt werden kann, so Jankowitsch: "Der österreichische Corporate Governance Kodex, der die Offenlegung von Vorstandsgehältern auf freiwilliger Basis empfiehlt, ist ein starkes Instrument".

Die Zahl der heimischen Unternehmen, die sich freiwillig dem Codex verpflichten, sei ein Zeichen dafür, dass die Verantwortlichen des Arbeitskreises für Corporate Governance geeignete Regelungen formuliert hätten, die von den Unternehmen auch gelebt würden.

Deutsches Schlupfloch

Zudem gebe es bei der deutschen Lösung ein "Schlupfloch", das viele Unternehmen nutzen würden, kritisierte der WdF. Wenn bei der Hauptversammlung eine Drei-Viertel-Mehrheit gegen die Veröffentlichung votiere, müsse diese nicht erfolgen.

Der heimische Weg der Freiwilligkeit schließe derartige "Schleichwege" aus und erhalte daher die volle Unterstützung des WdF. (APA)

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