Maria Lassnig erhält Österreichisches Ehrenzeichen

6. Juli 2005, 13:56
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Malerin und Grafikerin als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der österreichischen Kunstszene gewürdigt

Wien - Bundespräsident Heinz Fischer hat am Donnerstag die Malerin und Grafikerin Maria Lassnig (85) mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Verbunden mit der Auszeichnung ist die Aufnahme in die Österreichische Kurie für Kunst.

Fischer würdigte Lassnig als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der österreichischen Kunstszene. Sie habe sich durch besonders hoch stehende künstlerische Leistungen Ansehen im Inland und auch international einen hervorragenden Namen erworben.

Vita und Laufbahn

Maria Lassnig wurde am 8. September 1919 im kärntnerischen Kappel am Krappfeld geboren. 1941 wurde sie an der Wiener Akademie der bildenden Künste in die Meisterklasse Wilhelm Dachauer aufgenommen, die sie 1943 verlassen musste, weil ihre Bilder als "entartet" bezeichnet wurden. Ihr Studium schloss sie dann bei Ferdinand Andri und Herbert Boeckl ab. Die erste Einzelausstellung folgte 1948 in Klagenfurt. 1951 übersiedelte sie nach Wien. Dort gehörte sie mit Rainer, Mikl, Hollegha und Prachensky zum Kreis um Monsignore Otto Mauer, den kunstinteressierten Geistlichen und Gründer der Galerie nächst St. Stephan.

1968 übersiedelte sie nach New York, wo sie sich nicht nur mit Malerei, sondern auch erstmals mit Zeichentrickfilmen beschäftigte. 1980 kehrte sie nach Wien zurück, wo sie als erste Malerin im deutschsprachigen Raum eine Akademie-Professur - an der Hochschule für angewandte Kunst - übernahm. Im selben Jahr vertrat sie ihre Heimat bei der Biennale in Venedig.

Weitere Auszeichnungen

1982 und 1997 folgten Einladungen zur documenta nach Kassel. Mit ihrem autobiografischen Animationsfilm "Kantate" nahm sie 1993 bei den Berliner Filmfestspielen für Österreich teil. Als erste bildende Künstlerin erhielt Lassnig 1988 den Großen Österreichischen Staatspreis. 1998 wurde sie mit dem Oskar Kokoschka-Preis ausgezeichnet. Im Februar 2004 erhielt sie den Max-Beckmann-Preis. Derzeit ist in der Sammlung Essl die Schau "Maria Lassnig - body. fiction. nature" zu sehen. (APA)

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