SPD und Union weisen Kritik an Mitbestimmung zurück

31. Juli 2005, 18:23
1 Posting

Einzig die FDP stellt Mitbestimmung von Arbeitnehmern in den Betriebsgremien in Frage

Berlin/Passau - Führende Politiker von SPD, Grünen und CDU haben Kritik am deutschen Mitbestimmungsmodell im Zuge der mutmaßlichen VW-Schmiergeldaffäre zurückgewiesen. "Die Mitbestimmung in Deutschland hat sich bewährt", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Ronald Pofalla (CDU), der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe).

Er halte daher nichts davon, vor dem Hintergrund der Vorwürfe bei VW die Zusammenarbeit zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern in Frage zu stellen.

Es bestehe die "ungeheure Gefahr", dass im "Fahrwasser dieser Mischung aus Korruption und persönlichen Versuchungen" bei Volkswagen versucht werde, ein "fortschrittliches Mitbestimmungsmodell zu diskreditieren", sagte die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Thea Dückert, der "Passauer Neuen Presse" (Mittwochausgabe). Die "unglaublichen" Vorgänge bei VW müssten daher "rückhaltlos" aufgeklärt werden.

FDP stellt Mitbestimmung in Frage

Der stellvertretende FDP-Parteivorsitzende Rainer Brüderle hatte zuvor die paritätische Mitbestimmung von Arbeitnehmern in den Betriebsgremien in Frage gestellt.

Der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner, wies die Angriffe unter Verweis auf frühere Affären bei den Liberalen zurück. "Herr Brüderle sollte sich an die eigene Nase fassen", sagte Brandner der "Passauer Neuen Presse". (APA)

Share if you care.