Graz erhält ein "Haus der Wissenschaft"

13. Juli 2005, 15:00
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Bisheriges "Zeitgeschichtelabor" der Uni wird umfunktioniert und ausgebaut

Graz - Die Universität Graz richtet ein "Haus der Wissenschaft" ein. Es hat sich die multimediale Präsentation von hauseigenen Forschungsprojekten und Ausstellungen zum Leben und Werk von Wissenschaftlern zum Ziel gesetzt. Das erste Zentrum dieser Art in Österreich wird im Oktober mit einer Schau zu den Nobelpreisträgern Erwin Schrödinger und Viktor Franz Hess - die beide in Graz lehrten - eröffnet, hieß es am Mittwoch im Grazer Pressegespräch.

Für das "Haus der Wissenschaft" wird das bisherige "Zeitgeschichtelabor" der Uni umfunktioniert und ausgebaut. Über 35.000 Besucher haben in den vergangenen fünf Jahren die Ausstellungen des bisherigen "Zeitgeschichtelabors" in der Elisabethstraße 27 besucht: Themen waren u.a. die Denkmälerkultur in Österreich, Plakate aus der jüngeren steirischen Vergangenheit bis hin zu einer Schau zur NS-Euthanasie. Alle Ausstellungen basierten auf Forschungsarbeiten an Instituten der Universität Graz.

An die Öffentlichkeit gewandt

Nun will man allen Disziplinen die Chance öffentlicher Darstellung bieten, hieß es am Mittwoch von Seiten der beiden Initiatoren und Leitern der Einrichtung, dem Grazer Zeithistoriker Stefan Riesenfellner und der Germanistin Ingrid Spörk. "Das Haus soll dazu beitragen, den Wissenschaftsstandort Graz zu stärken und für alle erfahrbar zu machen", so Uni-Rektor Alfred Gutschelhofer. Forschung solle für ein breites Publikum attraktiv präsentiert werden.

Zu den bisherigen 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Gewölbekeller des uni-eigenen Gebäudes hat man weitere drei Räume im Erdgeschoss adaptiert. Das im Innenhof befindliche Stahlbauwerk "Sarajevo-Kreuz" wird zu einem "Multi-Media-Tunnel" umfunktioniert und wird ab Herbst als Eingangszone dienen. Als Präsentationsmedien greift man vor allem auf Video-, Film- und Toninstallationen zurück. "Es geht darum, Wissenschaft für Menschen, die sonst nicht so viel damit zu tun haben, anschaulich zu machen", so Studien-Vizerektor Martin Polaschek, in dessen Agenden der neue fakultätsübergreifende Leistungsbereich der Universität fällt.

"Was an aktuellen wissenschaftlichen Projekten an der Universität erarbeitet wird, soll in Multi-Media-Ausstellungen ebenso umgesetzt werden wie der Rückblick auf große wissenschaftliche Leistungen der Vergangenheit", sagte Riesenfellner. Die erste Ausstellung im Oktober wird die Leistungen zweier Nobelpreisträger, die in Graz gewirkt haben - Erwin Schrödinger und Viktor Franz Hess - ins rechte Licht rücken. (APA)

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