Myanmar: Militärjunta lässt 200 politische Gefangene frei

8. Juli 2005, 16:19
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Friedensnobel- preisträgerin Aung San Suu Kyi weiter unter Hausarrest - Erzbischof für Dialog statt Sanktionen

Rangun - Die burmesische Militärjunta hat mehr als 200 politische Häftlinge auf freien Fuß gesetzt. Unter ihnen seien auch zwei Journalisten, hieß es am Mittwoch aus Oppositionskreisen. Fast alle der Freigelassenen, die in acht verschiedenen Gefängnissen saßen, waren den Angaben zufolge wegen ihres politischen Engagements zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Keine Gründe für Freilassung

Die Journalisten U Win Tin und U Sein Hla Oo waren seit mehr als zehn Jahren eingesperrt. Die Gründe für die Freilassungen wurden zunächst nicht bekannt. In Burma (Myanmar) gibt es noch immer weit über 1000 politische Gefangene.

Aung San Suu Kyi weiter in Haft

Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi steht derweil weiter unter Hausarrest, den die Generäle im Mai 2003 gegen sie verhängt hatten. Im Juni beging Suu Kyi ihren 60. Geburtstag nach UNO-Angaben isolierter denn je, da sie inzwischen nur noch von zwei Hausangestellten und einem Arzt besucht werden darf.

Dialog mit Myanmar

Der katholische Erzbischof von Rangun, Erzbischof Charles Bo, hat unterdessen der EU und den ASEAN-Staaten geraten, statt größerem politischen Druck stärker den Dialog mit Myanmar zu suchen. Drastische Maßnahmen würden die Herzen der Menschen nur verhärten, warnte der Erzbischof der Hauptstadtdiözese am Mittwoch in einem Interview der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. Anstelle von Verurteilungen und Kritik an der Militärjunta seien Dialog, Kommunikation und Akzeptanz die besseren Wege, um Änderungen zu erreichen. Durch Kritik und Sanktionen, wie etwa durch die USA und die EU, würde sich Myanmar eher China zuwenden. (APA/dpa)

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    Ihren 60. Geburtstag beging Aung San Suu Kyi unter strengster Isolation. Ihre Anhänger organisierten für sie eine Gedenkveranstaltung.

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