Täterprofil: Jung, alkoholisiert, männlich

8. Juli 2005, 15:56
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85 Prozent der "Falschfahrer" sind Männer - Am häufigsten beginnen Falschfahrten im Einmündungsbereich von Autobahnen

Wien - Von Geisterfahrern verursachte Unfälle haben meist besonders schwere Folgen, weil sie bei hohem Tempo im hochrangigen Straßennetz passieren.

Niederösterreich hält laut Daten des Innenministeriums und des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) mit 58 Unfällen und 34 Getöteten von 1987 bis 2004 den traurigen Rekord. In Salzburg gab es in diesem Zeitraum 18 solcher Unglücke mit acht Toten. Österreichweit kamen 509 Menschen zu Schaden, 89 davon starben.

85 Prozent der "Falschfahrer" sind Männer

Alkoholisierung (50 Prozent), Überforderung (30 Prozent) und bewusstes Wenden auf der Fahrbahn (20 Prozent) sind die Hauptursachen. Das geht aus einer Studie von Klaus Robatsch und Edgar Hagspiel für das KfV aus dem Jahr 2001 hervor. 85 Prozent der "Falschfahrer" sind Männer, mehr als 50 Prozent entfallen auf die Altersklasse der bis zu 40-Jährigen. Fast 70 Prozent der alkoholisierten unfallbeteiligten Geisterfahrer stammen ebenfalls aus dieser Altersgruppe.

Geisterfahrerunfälle machen laut der Studie 0,03 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden aus. Doch bei 155 Geisterfahrerunfällen mit Verletzten von 1987 bis 1999 in Österreich wurden 74 Menschen getötet, 177 schwer und 132 leicht verletzt.

Falschfahrten

Am häufigsten beginnen Falschfahrten (43,9 Prozent) im Einmündungsbereich von Autobahnen oder Schnellstraßen. Dann folgen mit 22,7 Prozent absichtliche Wendemanöver.

27,1 Prozent der unfallbeteiligten Geisterfahrer auf Autobahnen, Schnellstraßen oder Bundesstraßen mit getrennten Richtungsfahrbahnen sind unter 30 Jahre alt, 25,7 Prozent sind 31 bis 40 Jahre (41 bis 50 Jahre: 15,7 Prozent, 51 bis 60 Jahre: zehn Prozent, 61 bis 70 Jahre: zehn Prozent, über 70: 11,4 Prozent).

Alkohol

Bei einem beträchtlichen Teil der Geisterfahrerunfälle spielt Alkohol eine Rolle. "Bei Betrachtung der alkoholisierten Geisterfahrer nach dem Geschlecht zeigt sich, dass Alkohol im Zusammenhang mit Falschfahrten fast ausschließlich ein Problem der jungen männlichen Kfz-Lenker darstellt. Von den alkoholisierten Geisterfahrern, die im Beobachtungszeitraum Unfälle verursacht haben, waren 91,7 Prozent Männer und 8,3 Prozent Frauen", so Robatsch und Hagspiel.(APA)

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