Störe in der Donau stehen vor dem Aussterben

13. Juli 2005, 13:50
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Vor allem Flussregulierung und die Jagd nach Kaviar setzen den mächtigen Süßwasserfischen zu

Wien - Vor dem Aussterben der Störe in der Donau warnte am Mittwoch der World Wide Fund for Nature (WWF). Die größten Bedrohungen für den in unseren Breiten selten gewordenen Raubfisch sind Flussverbauungen und Überfischung. Die WWF-Flussexperten fordern daher eine langfristige internationale Kooperation aller Donaustaaten.

Schwarzes Gold

Ursprünglich reichte die Wanderstrecke der Störe vom Schwarzen Meer bis zu ihren Laichplätzen in der mittleren und oberen Donau in der Slowakei, Ungarn, Kroatien und Österreich. Doch heute versperren große Staudämme den Weg und verändern den Flusslauf. Die Jagd nach dem begehrten und sehr teuren Beluga-Kaviar trägt zusätzlich zur Dezimierung der Fische bei.

Laut WWF reichen die Kilopreise für Beluga-Kaviar bis zu 7.000 Euro, die offiziellen Exportbeschränkungen erlauben eine jährliche Ausfuhr von fünf bis sieben Tonnen aus der Donau-Region. Die Umweltschützer befürchten, dass der illegale Handel um ein Vielfaches umfangreicher ist.

Nachhilfe zur Erhaltung der Population

Die Folge: Lediglich vier der insgesamt sechs Stör-Arten leben in den verschiedenen Donau-Abschnitten. In Österreich ist nur mehr die Population des kleinen Sterlets überlebensfähig - wenngleich auch sein Bestand auf ständigen Aussetzungsmaßnahmen basiert.

Auch Carl Manzano, Direktor des Nationalparks Donau-Auen, sieht die Störe in ihrem ursprünglichen Lebensraum bedroht: "Um ihre Laichgründe bei uns im Nationalpark wieder erreichen zu können, müssen Fischaufstiegshilfen in den großen Staudämmen im Eisernen Tor in Rumänien eingebaut werden."

Die mit Abstand größten Donau-Störe sind die Hausen. Sie erreichen eine Länge bis zu acht Metern und ein Gewicht von weit über eine Tonne. Die Riesen werden bis zu 100 Jahre alt.(APA)

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