Jüngste islamische Rechtsgutachten verärgern Terroristen

13. Juli 2005, 10:42
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Fatwas wandten sich gegen Selbstmordanschläge

Kairo - Der als Top-Terrorist gesuchte Jordanier Abu Musab al-Zarqawi soll sich verärgert über jüngste islamische Rechtsgutachten (Fatwas) von Religionsgelehrten geäußert haben, die sich gegen die Selbstmordanschläge seiner Fanatiker im Irak ausgesprochen haben. Es sei falsch, wenn sich Islam-Gelehrte zu Gunsten der arabischen Regime von den "Gotteskriegern" abwendeten, heißt es in einer am Mittwoch auf einer Islamistenseite im Internet veröffentlichten Tonband-Botschaft, die Zarqawi zugeschrieben wird.

Zu den Scheichs, die in den vergangenen Tagen Anschläge auf irakische Zivilisten zur Sünde erklärt haben, gehört auch Abu Mohammed al-Maqdisi, ein vor wenigen Tagen in Jordanien aus der Haft entlassener ehemaliger Mentor Zarqawis.

Die Stimme auf dem Tonband gibt außerdem die Gründung einer eigenen Brigade zum Kampf gegen die schiitischen Badr-Brigaden bekannt. In der Tonband-Botschaft heißt es weiters: "Die irakische Armee wurde gegründet, um die Sunniten zu liquidieren." Es sei eine Armee von Agenten und Menschen, "die vom rechten Glauben abgefallen sind". Die Badr-Brigaden sind die Parteimiliz der Schiiten-Partei Hoher Rat für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI). Kämpfer der Brigade wurden in die neue Armee integriert.

Die Stimme auf dem Tonband erklärt außerdem, nach dem "Sieg im Irak" werde die Al-Kaida-Gruppe nach Jerusalem ziehen. Das Ziel der US-Amerikaner sei es dagegen, nach dem Irak Syrien anzugreifen.

An die Adresse der Irakerinnen sagte Zarqawi: "Was tut ihr für den Heiligen Krieg?" Viele Irakerinnen seien nicht bereit, ihre Söhne und Ehemänner in die Schlacht zu schicken. Andere Frauen hätten ihm dagegen bereits Botschaften zukommen lassen, in denen sie sich für Selbstmordattentate angeboten hätten. Die Zarkawi-Terrorgruppe hatte sich am Dienstag zur Entführung des ägyptischen Botschafters Ihab al-Sherif im Irak bekannt. (APA/dpa)

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