"Heim für obdachlose Mädchen"

6. Juli 2005, 10:50
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Wiener Geschichtsblätter erinnern an das Wirken von Irene Jerusalem

Wien - In der jüngst erschienenen Ausgabe der Wiener Geschichtsblätter - herausgegeben durch den Verein für Geschichte der Stadt Wien - erinnert der Aufsatz von Herta Bren an das "Heim für obdachlose Mädchen" (1931 bis 1938) in Ottakring.

Spendensystem etabliert

Insbesondere widmet sich der Aufsatz Brens dem Wirken von Prof. Irene Jerusalem, die durch hohes persönliches Engagement besagtes Heim für meist vom Land kommende junge Mädchen ins Leben rief. Bis zu 25 Mädchen fanden hier nicht nur entsprechende Zimmer vor, sondern wurden darüber hinaus auch medizinisch versorgt wie auch beruflich quailifiziert. Wesentliches Detail: Jerusalem, die als Lehrerin in der Wenzgasse in Wien-Hietzing unterrichtete, schaffte es wienweit ein Spendensystem unter Schülerinnen und Schülern zugunsten des Heimes zu etablieren, welches durchwegs erfolgreich war, bis im Jahr 1938 das Heim unter den Nationalsozialisten aufgelöst wurde. Jerusalem, die aus einer jüdischen Familie stammte, verweigerte sich mehrmals diversen Möglichkeiten ins Ausland zu emigrieren. Sie wurde im Jahr 1943 in Lodz ermordet.

Bezug Die "Wiener Geschichtsblätter" kosten pro Ausgabe Euro 7 im Buchhandel. Mitglieder des Vereins für Geschichte der Stadt Wien erhalten das Periodikum neben anderen Publikationen gegen einen Jahresbeitrag von 35 Euro kostenlos. Verlegt wird die renommierte Zeitschrift, die vierteljährlich erscheint, im LIT Verlag. (red)

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