Biografie und künstlerische Positionen

12. Juli 2005, 12:03
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GRAF+ZYX leben und arbeiten in Wien und Niederösterreich

Künstlerische Positionen

Die Arbeiten von GRAF+ZYX sind interdisziplinär geprägt und in den Bereichen Installation, Raum, Skulptur in Verbindung mit Musik/Ton angesiedelt. Die neuen Medien und deren technische Entwicklung – die sie kritisch beobachtend zur Grundlage ihrer sinnlichen Arbeiten machen – werden in Konkurrenz zu persönlichen spirituellen und physischen Erfahrungen immer als Mittel zur Dekonstruktion traditioneller (auch künstlerischer) Disziplinen und Haltungen eingesetzt.

In aufwändigen Gestaltungsprozessen werden Bild und Ton solange moduliert, überlagert, vernetzt, reduziert, zerstört und wieder neu zusammengefügt, bis daraus das "mediensynthetische" Material für komplexe Programme entsteht. Diese hybride Mischung von Konstruktion, Bild, Klang, Stimme fungiert als Schnittstelle zwischen Fassbarem und Imaginärem, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Alle Medien werden eingesetzt, um damit eine "künstliche" Idee, ein Gespinst "scheinbarer" kultureller Identität zu konstruieren, das zeitlose, eigenwillige aber auch abstrakte Inhalte transportiert und damit Aussagen ironischer Positionen des persönlichen Widerstands materialisiert.

Durch ihre subversive Konterhaltung, dem Drang nach absoluter Gestaltungsfreiheit und dem persönlichen Rückzug ("nur nicht in der Masse schwingen") manövrieren sich die beiden Künstler bewusst in ein kulturelles Exilantendasein, um daraus die nötige Distanz für intensive künstlerische Experimente radikalster Prägung zu gewinnen. Als Ergebnis präsentieren sich Produktionen mit einem Ausdruckspotential, das von minimalisierten Klängen und Bildern bis zu aufwändig durchkomponierten Modellen und Konstruktionen reicht.

Einreichung

GRAF+ZYX haben die Installation „WAECHTER DER FREIHEIT“, eine Rauminstallation mit kinetischem Objekt, Videoprojektion und Musik, vorgeschlagen.

In einer eleganten Konstruktion der „Freiheit“ als Zwillingswort die „Utopie“ vorangestellt – und schon wird ein paradiesischer Zustand aus den Angeln gehoben, denn der Utopie haftet der schlechte Ruf an, dass sie „im Zustand der Unschuld eines romantischen Denkens beginnt, um in einem Inferno totalitärer Exzesse zu enden“ (l. Bossle). In der Zwickmühle genau dieses philosophischen Dilemmas – das eigentlich eine existentielle Krise darstellt – wird nun der Künstler tätig und entwickelt seine ästhetischen Konzeptionen zu einer Utopie der freien Form, wobei über den Wert dieser Tätigkeiten damit noch nichts gesagt ist.

Zu den Personen

[GRAF] seit 1977 Fotografie und Film. 1980–1985 Hochschule für angewandte Kunst in Wien (Meisterklasse Prof. Oberhuber), 1985 dipl. mag. art.

[ZYX] Ausbildung in klassischer Violine in Wien. Indische Musik am Instituto Canneti, Italien. Psychologie und Philosophie an der Universität Wien. Elektronische Musik und Musikproduktion. Seit 1980 experimentelles Video.

GRAF+ZYX leben und arbeiten als freischaffende Künstler in Wien und Niederösterreich, seit 1980 ausschließlich gemeinsame Projekt- und Ausstellungstätigkeit unter „GRAF+ZYX : MEDIENSYNTHETISCHE PROGRAMME“ in den Bereichen Video- und Computerkunst, Web- und Datenbankdesign und -programmierung, Videoskulptur, Musik und Möbelobjekt.

Produktionen und Veröffentlichungen unter RÖNÖ MOL, ROTER ROT, SOUZA STARFIGHTER, INFRA und PROTOTÜP2.

1982 Gründungsmitglieder von „Tanztheater Wien“ (Tanzkompanie)
1983–1985 Mitglieder der Künstlervereinigung „Künstlerhaus Wien“ 1983 Gründung des Labels „Museum of Private Arts“ (MoPA)
1984 Gründungsmitglieder von „Kunst schwer“ (Verein zur Förderung medialer Selbstrepräsentation von Kunstschaffenden) seit 1985 Mitglieder der Künstlervereinigung „Wiener Secession“
1987–2000 im Vorstand der Wiener Secession
1987 Gründungsmitglieder von „Stilbruch ag“ (Arbeitsgemeinschaft für zeitgenössisches Design)
1992–1994 Lehrauftrag für Video- und Filmkunst an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz
2004 Gründung von „transmitter-x.org“ (Webportal für interdisziplinäre Kunstprojekte)

Preise/Auszeichnungen

1984 Clio Awards (original music scoring)], New York (für Musik zu Peter Weibels „Johnny Filter“)
1985 Albert Paris Gütersloh Preis der Hochschule für angewandte Kunst in Wien (für den Videoclip „step/4 to electronic futurism“)
1991 Großer Preis der Stadt Wien für Projektkunst

Förderungen

1983 Förderprogramm. Kunstmesse Köln | Galerie Grita Insam
1986 Das Bild vom Ich, Perspective 86. Förderprogramm Art Basel | Galerie Grita Insam

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