"iPod-Mord": Steve Jobs bekundete sein Beileid

27. Juli 2005, 13:10
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Apple-Chef rief Familie des ermordeten Teenagern an

Laut einem Bericht der New York Times hat Apple-Gründer Steve Jobs die Familie des wegen eines iPods ermordeten Teenagers Christopher Rose, der WebStandard berichtete, persönlich angerufen und sein Beileid ausgedrückt.

Begräbnisvorbereitungen

Bereits am Montag, so die New York Times, während die Mutter Errol Rose die ersten Vorbereitungen für das bevorstehende Begräbnis ihres Sohnes traf, wurde sie an ihrem Mobiltelefon von einem Unbekannten angerufen. Der Anrufer entpuppte sich als Steve Jobs, Chef von Apple, der Herstellerfirma des iPod. Wie Rose gegenüber der Zeitung meinte, habe Jobs ihr sein Beleid ausgedrückt und gefragt, ob er etwas für sie tun könne oder sie etwas brauche. "Er meinte, dass ich nicht zögern solle, ihn anzurufen. Dies hat mich tatsächlich ein klein wenig erfreut", so Rose.

Raubmord

Christopher Rose wurde am Samstag, kurz nachdem er mit drei Freunden das Haus seiner Eltern verlassen hatte, überfallen. Er war auf dem Weg zu seiner Schule um sich ein Feuerwerk anzusehen. Laut Zeugenaussagen wurden die Burschen von einem Dutzend Jugendlicher angegriffen, die die Herausgabe des iPods forderten. Als sich die Jugendliche weigerten, wurden sie niedergeschlagen und ihrer Habseligkeiten - Handys, Sportschuhe und iPod - beraubt. Während des Kampfes stach ein Angreifer dem Jugendlichen zweimal in die Brust und tötete ihn. Die Polizei konnte bereits einen Verdächtigen verhaften.

Nach der Schule

Mobiltelefone und iPods haben in den USA zu einem starken Anstieg von Überfällen in U-Bahnen geführt. Laut Angaben der Sicherheitsbehörden sind vor allem Jugendliche nach Schulende besonders oft unter den Opfern. Christopher Rose wurde von seinen Eltern extra in eine weiterentfernte Schule nach Bushkill, Pennsylvania, geschickt, damit er nicht Opfer der zunehmenden gewalttätigen Übergriffe in den Straßen seiner Heimatgemeinde East Flatbush werden würde.

Kontakt

Laut New York Times hatte ein Assistent von Steve Jobs bei der Zeitung angerufen und um die Telefonnummer der Familie gebeten. Ein offizielles Statement zum Anruf gibt es nicht. "Wir leben in einer Welt, die sich ständig ändert. Wir haben Technologien, die uns Geräte wie den iPod und alles andere ermöglichen, aber diese Dinge sind nicht wichtig. Wir müssen an unseren Herzen und Gefühlen arbeiten. Die Kinder entgleiten uns. Wir lieben sie nicht so, wie wir es müßten", so Rose. (red)

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    Das Mordopfer Christopher Rose auf einem Familienfoto aus dem Jahr 2003.

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