Von Ausgehzeiten und Autonomie

16. März 2006, 12:23
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Elternratgeber fungiert als Lexikon der Rechte von Jugendlichen

"Hilfe, mein Kind wird erwachsen!", so fürchterlich sich der Titel anhört, so klug ist der Jugendratgeber, der dahinter steckt. Interessant und informativ ist er nicht nur für Eltern, sondern tatsächlich auch für Jugendliche selbst.

Stephan Verweijen und Sabine Völkl-Kernstock tragen hier lexikalisch auf 228 Seiten alles zusammen, was für Menschen im Alter von 14 bis 18 Jahren - so wird der "Jugendliche" per Gesetz definiert - irgendwann relevant werden könnte. Die Themen reichen von den Rechten und Pflichten der Eltern, ihrer Kinder und der Schule über Ausgehzeiten, Autonomie und Selbstbestimmung, Gewaltschutz, Drogen und Strafmündigkeit bis hin zu ungewollter Schwangerschaft.

Zu jedem Kapitel gibt es kurz und prägnant aus der Realität gegriffene Beispiele. Zwar manchmal etwas holprig und erzwungen, erfüllen sie trotzdem ihren Zweck der einfachen Veranschaulichung. Ein langer Teil widmet sich der Schule und gibt einen umfassenden Überblick über Rechtliches und Soziales. So wird etwa die Schulpflicht genau erklärt, die gesetzliche Regelung der Stundenzeiten dargelegt, aber auch über Probleme wie Schulangst, Mobbing und ungerechte Leistungsbeurteilung informiert. Webtipps runden das Angebot ab.

Aufgezeigt wird auch, dass Jugendliche berechtigt sind, sich selbst vom Religionsunterricht abzumelden oder ohne elterliche Zustimmung ein Testament aufzusetzen.

Insgesamt ein breit gefächertes Buch, das einen Erziehungsleitfaden darstellt, aber besonders wertvoll ist für Jugendliche, um die eigenen Rechte kennen zu lernen. (Flora Eder, DER STANDARD-Printausgabe, 5.7.2005)

Hilfe, mein Kind wird erwachsen, Manz Verlag, 27,20 €
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