Demonstranten wollten Zufahrt blockieren

6. Juli 2005, 17:01
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Auseinandersetzungen mit der Polizei - Demoverbot am Nachmittag wieder aufgehoben

Edinburgh - Rund hundert Demonstranten haben am Mittwoch versucht, eine der wichtigsten Zufahrtsstraßen zum Tagungsort des G-8-Gipfels in Schottland zu blockieren. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Autoscheiben wurden eingeschlagen.

Zwei Festnahmen

Eine Polizeisprecherin sagte Mittwoch früh, zu den Zusammenstößen mit den Demonstranten in Gleneagles sei es gekommen, als diese ihr Camp verließen. "Auf die Polizisten wurden Gegenstände geworfen. Es sind zwei Leute festgenommen worden, verletzt wurde niemand."

Die Einsatzkräfte sperrten mehrere Straßen. Zuvor hatten etwa 20 Demonstranten einige Minuten eine Sitzblockade auf einer Autobahn errichtet. Die Beamten trugen sie von der Straße.

Demoverbot wieder aufgehoben

Die schottische Polizei hat am Mittwochnachmittag ein erst Stunden zuvor erlassenes Demonstrationsverbot in der Nähe des G-8-Gipfels im Luxushotel Gleneagles wieder aufgehoben. Der ursprünglich zugelassene Marsch als Ausdruck friedlichen Protests gegen die Politik der führenden Industrienationen und Russlands (G-8) sei doch möglich, teilte eine Polizeisprecherin mit. Die Demonstration war wegen Zusammenstößen zwischen G-8-Gegnern und Sicherheitskräften am Morgen zunächst abgesagt worden.

Mit den Organisatoren sei jetzt vereinbart worden, dass die mit Bussen in die Nähe des Tagungsorts gebrachten Demonstranten bis zur Absperrung marschieren dürften, teilte die Sprecherin mit. Auch Demonstrationsteilnehmer, die auf dem Weg nach Gleneagles in Verkehrsstaus stecken geblieben waren, könnten noch mitmachen. Andere Busse würden allerdings zurückgeschickt, berichtete die BBC.

Sprecher der Umweltschutzorganisation und andere Kritiker der G-8-Politik begrüßten die Kehrtwende der Polizei. Ein Verbot hätte einen unvertretbaren Einschnitt in die Bürgerrechte bedeutet, meinte ein Sprecher der "Antikriegskoalition", die ebenfalls zur Kundgebung aufgerufen hatte.

In Gleneagles wollen tausende Kriegs-, Globalisierungs- und Kapitalismusgegner gegen die Konferenz der sieben führenden Industriestaaten und Russlands protestieren.

Die schottische Polizei hatte am Dienstag ein entschlossenes Vorgehen gegen gewalttätige Demonstranten während des G-8-Gipfels angekündigt. In Schottland sind 10.000 Polizisten aus ganz Großbritannien im Einsatz, etwa 3.000 von ihnen direkt in Gleneagles.

Das Golfhotel, in dem der Gipfel stattfindet, wurde mit Stacheldraht abgeriegelt. Schon am Montag war es zu ersten Auseinandersetzungen gekommen. Danach erhielten bis zu 100 Gegner des Gipfeltreffens eine gerichtliche Vorladung. (APA/AP)

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    Die Polizei löste die Straßenblockaden umgehend auf.

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