Al-Zarqawi kündigt neue anti-schiitische Brigade an

8. Juli 2005, 16:36
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Angriffe auf irakische Armee geplant - "Mentor" von Zarqawi in Jordanien festgenommen

Bagdad - Die Terrorgruppe Al-Kaida im Irak hat weitere Angriffe auf die Sicherheitskräfte angekündigt. Irakische Soldaten würden ebenso als Feinde betrachtet wie Amerikaner, hieß es in einer im Internet verbreiteten Erklärung. Sprecher soll der Chef der Organisation, Abu Musab al-Zarqawi, sein. Der britische Außenminister Jack Straw erklärte in Brüssel, für die weitere Stationierung der Koalitionsstreitkräfte sei entscheidend, wie sich die Sicherheit im Irak entwickle.

Je schneller die Iraker die Verantwortung für die Sicherheitslage in ihrem Land übernehmen könnten, desto schneller könnten die Soldaten wieder nach Hause kehren, sagte Straw vor dem Europäischen Parlament. Er schloss sich damit Äußerungen von Premierminister Tony Blair und US-Präsident George W. Bush an. Bush hatte angekündigt, die Truppen würden "bis zum Sieg" im Irak bleiben.

Neue Brigade angekündigt

Die irakischen Soldaten seien Söldner, die sich mit Kreuzrittern verbündet hätten, um den Islam zu zerstören, hieß es in der Rede von Zarqawi. Daher werde Al-Kaida seinen Aufstand bis zur Befreiung des Landes fortsetzen. Zugleich wurde die Gründung einer neuen Terroreinheit angekündigt, um die größte schiitische Miliz zu bekämpfen, die Badr-Brigaden des Obersten Rates für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI). Der Widerstand der sunnitischen Rebellen gegen diese Schiitenorganisation hat stets Anlass zur Furcht vor einem Bürgerkrieg gegeben.

Festnahme in Jordanien

In Jordanien wurde unterdessen ein als Mentor Zarqawis geltender Mann festgenommen. Issam al-Barkawi, auch bekannt als Scheich Abu Mohammed al-Makdisi, wurde kurz nach Mitternacht in seinem Haus in Russeifa nordöstlich von Amman aufgegriffen, wie ein Verwandter sagte. Er soll Zarqawi in radikalislamischer Ideologie unterrichtet haben, als sich die beiden in den 90er Jahren gemeinsam in Haft befanden. Nach der Entlassung 1999 ging Zarqawi zunächst nach Afghanistan und später in den Irak. Barkawi blieb in Jordanien, wo er im vergangenen Jahr erneut angeklagt war, Anschläge auf US-Einrichtungen geplant zu haben. Er war erst vor einer Woche aus der Haft entlassen worden.

In Bagdad wurde am Mittwoch ein Polizist erschossen, wie seine Spezialeinheit mitteilte. Drei weitere Polizisten kamen bei verschiedenen Zwischenfällen ums Leben, neun Beamte wurden verletzt.

US-Zurückhaltung über Syrien-Meldung

Die US-Regierung reagierte derweil mit Vorsicht auf Berichte aus Damaskus, wonach syrische Truppen Extremisten am Eindringen in den Irak gehindert haben. Sollten diese Angaben zutreffen, wäre dies eine gute Sache, erklärte Außenministerin Condoleezza Rice in Washington.

In Bagdad traf am Mittwoch ein US-Senator ein, der für seine Kritik an Bushs Irak-Politik bekannt ist. Carl Levin wollte mit irakischen Politikern sprechen, wie die US-Botschaft mitteilte. Der irakische Präsident Jalal Talabani erklärte, er werde in der so genannten Grünen Zone mit einer Delegation des US-Senats zusammentreffen. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das neueste Fahndungsfoto von Abu Musab al-Zarqawi vom März 2005.

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