Missbrauch in der Kirche: Höchste Entschädigungssumme in Kentucky

8. Juli 2005, 14:35
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120 Millionen Dollar für Missbrauchsopfer - Drei Diözesen beantragten Insolvenz

Covington/USA - Zur Entschädigung hunderter Opfer eines Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche des US-Staats Kentucky zahlt die Diözese von Covington die Rekordsumme von 120 Millionen Dollar (101,0 Mio. Euro). Die Opfer, die über einen Zeitraum von 50 Jahren hinweg von Priestern und anderen Klerikern sexuell misshandelt worden waren, beschuldigten die Diözese in ihrer Sammelklage, den Missbrauch vertuscht zu haben. Ein Gericht in Burlington billigte das Angebot der Kirche.

Demnach werden 40 Millionen Dollar aus dem Guthaben der Diözese sofort für die Opfer bereit gestellt. Für die restlichen 80 Millionen wollen sowohl die Diözese als auch die Opfer gerichtlich gegen zwei Versicherungsgesellschaften vorgehen. Die Kläger sollen vor Abzug der Anwaltskosten je nach Schwere der Misshandlung zwischen 5.000 und 450.000 Dollar erhalten. Außerdem soll ein Fonds für die psychologische Betreuung von Opfern eingerichtet werden.

Es handelt sich um die höchste Entschädigungssumme, auf die sich die Parteien in den Sexskandalen der katholischen Kirche der USA jemals geeinigt haben.

Die Erzdiözese in Boston, wo der Skandal zuerst aufflog, einigte sich 2003 mit 552 Opfern auf eine Zahlung von 85 Millionen Dollar. Im kalifornischen Orange County kündigte die Kirche im vergangenen Jahr die Zahlung von 100 Millionen Dollar an 87 Opfer an. Drei Diözesen beantragten Insolvenz. (APA/AP)

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