Wolfowitz für Abbau von Agrarsubvention

8. Juli 2005, 16:18
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Zur Bekämpfung der Armut in der Welt

Washington - Ein Abbau der Agrarsubventionen in den Industriestaaten wäre nach Ansicht von Weltbankpräsident Paul Wolfowitz ein bedeutender Schritt zur Bekämpfung der Armut in der Welt. Beihilfen und Handelsbarrieren hinderten Landwirte aus der Dritten Welt daran, auf dem Agrarmarkt eine reelle Chance zu bekommen, sagte Wolfowitz am Vorabend des G-8-Gipfels in Schottland im Interview der Fernsehnachrichtenagentur APTN. Zugleich blieben auch die Landwirte in den reichen Ländern in einem permanenten Abhängigkeitsverhältnis.

Natürlich könnten die Subventionen nicht über Nacht gestoppt werden, fügte der Präsident der Weltbank am Dienstag hinzu. Ein kontinuierlicher Abbau sei jedoch auch sinnvoll angesichts der hohen Kosten solcher Beihilfen für Steuerzahler und Verbraucher. Diese bezifferte Wolfowitz auf rund 170 Milliarden Euro im Jahr. Die Bekämpfung der Armut ist ein Schwerpunkt des diesjährigen G-8-Gipfels.

Für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Dritte-Welt-Ländern seien vor allem inländische Investitionen wichtig, betonte Wolfowitz. Die Erfahrung lehre, dass Investitionen aus dem Ausland häufig in ihrer Bedeutung überschätzt würden. Insgesamt seien stets sehr viele Faktoren zu berücksichtigen. Dazu gehöre auch eine gezielte Bekämpfung der Korruption. Und für letztere könne man nicht allein die Entwicklungsländer verantwortlich machen, unterstrich der frühere Vizeverteidigungsminister der USA. (APA/AP)

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