Größter Al-Kaida-Prozess Europas abgeschlossen

13. Juli 2005, 16:20
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Verteidigung plädiert auf Freispruch - Urteil in den nächsten Wochen

Madrid - Der bisher größte Prozess gegen das Terrornetzwerk Al Kaida in Europa ist am Dienstagabend vor dem Nationalen Gerichtshof Spaniens mit den Schlussplädoyers der Verteidigung beendet worden. Das Urteil wird in den nächsten Wochen erwartet. In dem vor zweieinhalb Monaten begonnenen Verfahren mussten sich 24 mutmaßliche islamistische Terroristen verantworten, die einer spanischen al-Kaida-Zelle angehört haben sollen.

Dem als Anführer geltenden Syrer Imad Eddin Barakat Yarkas alias "Abu Dahdah" (42) und zwei weiteren Angeklagten wurde zur Last gelegt, die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA mit vorbereitet und finanziert zu haben. Zudem sollen die Beschuldigten Verbindungen zu den Urhebern der Madrider Attentate mit 191 Todesopfern vom 11. März 2004 gehabt haben.

74.000 Jahre Haft

Die Anklage fordert für die drei Männer jeweils mehr als 74.000 Jahre Haft. Die spanische Justiz wertet dabei jeden einzelnen der 2.973 Toten bei den Anschlägen vom 11. September als Mordfall, für den die jeweilige Höchststrafe gefordert wird. In der Praxis muss ein Verurteilter nach spanischem Recht jedoch nicht mehr als 40 Jahre verbüßen.

Die Verteidigung plädierte am Dienstag auf Freispruch. Die Angeklagten seien keine Terroristen. Zudem kritisierten sie angebliche Mängel bei der Beweisführung durch den Ermittlungsrichter Baltasar Garzón. "Abu Dahdah" und sechs weitere Angeklagte ergriffen das Wort und erklärten sich unschuldig. Zugleich verurteilten sie jede Art des Terrorismus. (APA/dpa)

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