Der Ausblick des Komponisten

9. Juli 2005, 20:35
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Sanierung des Mozarthauses - Originalfassade ist fertig

Wien - Ursprünglich gingen die Tendenzen eher in Richtung Rot. Doch dann hatte das Bundesdenkmalamt nach historischen Recherchen anders entschieden. Das Ergebnis ist seit Dienstag in der Domgasse 5 zu sehen: Weiß-grau ist nun wieder die Fassade des Figaro-Hauses, das im kommenden Jubeljahr als Mozarthaus wiedereröffnet wird.

Im Inneren wird unter Hochdruck gearbeitet - derzeit genau im knapp bemessenen Zeitplan. Im Jänner des nächsten (Mozart-)Jahres soll bereits das Haus nicht mehr auf einem, sondern auf mehreren Stockwerken bespielt werden; um den erwarteten Andrang bewältigen zu können, wird ein Lift eingebaut.

Abwärts-Information

Somit werden die Besucher vom dritten Stock abwärts informiert - erst über die Stadt und die politischen Verhältnisse in Wien zur Zeit Mozarts. Dann im zweiten Obergeschoß über den Komponisten, seine Werke und Zeitgenossen. Und schließlich ist im ersten Stock die eigentliche Wohnung - hier komponierte Mozart in den Jahren 1784 bis 1787 unter anderem "Die Hochzeit des Figaro".

In Wien ist es die einzige erhaltene Wohnung des Komponisten. Mehr noch: "Dieser Blick aus dem Fenster ist bis auf ein Haus noch derselbe wie damals", schwärmt Mozartjahr-Intendant Peter Marboe. Weiters im künftigen Angebot: ein Café im Erdgeschoß sowie Shop und Veranstaltungsraum in den Kellergeschoßen.

Eine bunte Fassade wird es in der Domgasse übrigens doch geben: Auch das Nebenhaus wurde für die nötigen Büroräumlichkeiten angemietet. Und da es sich um eines der seltenen Renaissancehäuser Wiens handelt, kann es wieder original rot werden. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe, 06.07.2005)

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    foto: standard/newald
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