Braune Flecken

5. Juli 2005, 20:56
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Die Schwarzen haben genauso braune Flecken wie die Roten - von RAU

Die jetzt vorgestellte historische Arbeit über die "braunen Flecken" in der SPÖ nach 1945, in Auftrag gegeben von Alfred Gusenbauer, ist ein relativ schonungsloser Versuch, das (erfolgreiche) Werben der Partei um ehemalige Nationalsozialisten darzustellen. Ein Werben, das ein paar Jahre nach dem Krieg begann und 1970, mit der Ära Kreisky, einen neuen Höhepunkt erreichte. Denn dreimal die absolute Mehrheit zu erringen (1971, 1975, 1979) - das ging nur, indem man die endgültige "Versöhnung" mit den früheren Nazis anbot. Was Kreisky ganz bewusst tat.

Grundsätzlich konnte man gar nichts anderes tun - es waren so viele und man musste sie auch irgendwie integrieren. Aber es wurden dabei auch viele "Fleißaufgaben" gemacht - und nicht nur von Kreisky, nicht nur von der SPÖ. Es stünde auch der ÖVP nicht schlecht an, hier ihr Gewissen zu erforschen. Reinhard Kamitz, der geniale Finanzminister des Wiederaufbaus, war SS-Mitglied und als illegaler Nazi Mitglied des Nachrichtendienstes der verbotenen NSDAP. Raab verhandelte mit den ärgsten SS-Figuren wegen einer Koalition. Figl und Gorbach beschimpften die jüdischen Emigranten. Die Schwarzen haben genauso braune Flecken wie die Roten. (DER STANDARD, Printausgabe, 6.7.2005)

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