Rottenbergs Boulevard: Sportplatz Stiegenhaus

6. Juli 2005, 20:50
posten

Ein sportlicher Wettkampf über 34 Stockwerke im IZD-Tower

Vorsorgemediziner und Gesundheitsberater predigen, dass jede genommene Stufe ein Schritt weg vom Herzinfarkt ist. Aber vermutlich meinen die Herren und Damen damit nicht, dass man tatsächlich den Donauturm oder Hochhäuser „entliften“ soll. Dass es dennoch Menschen gibt, die diesen Rat nur allzu gerne wörtlich nehmen, überrascht dennoch nicht. Schließlich braucht jeder ein Hobby – und beim Treppenlaufen gilt auf die „Warum-tun-Sie das“- Frage die selbe Antwort wie beim Bergsteigen: „Weil es geht.“

Dass da ein Hochhaus, in dem ein Fitnessclub eingemietet ist, geradezu prädestiniert ist für einen Stiegenlauf- Bewerb, ist eigentlich logisch. Und so luden die Betreiber des IZD-Towers (einige Meter stadtauswärts nach der UNO-City) und die darin residierende „Holmes Place“-Trimmkette zum sportlichen Wettkampf über 34 Stockwerke. Siegerin über 630 Stufen wurde Andrea Mayr. Freilich nicht unerwartet: die Nuklearmedizinerin am Wiener AKH hat heuer im Februar (ebenso wie schon vergangenes Jahr) schließlich den Stiegenhauslauf im New Yorker Empire State Building gewonnen. Und das ist ja doch ein bisserl höher als jene Bauten, die in Wien als Hochhäuser gelten.

Mit ihren 3,22 Minuten war Mayr in Wien Zweite des Gesamtklassements von 33 Läuferinnen und Läufern: Vor ihr kam nur der Linzer Markus Zahlbrucker (3,02 Minuten) im 34. Stock an – denn alle, die ihm dort oben dann auf die Schulter klopften, hatten doch lieber den Lift genommen. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe, 06.07.2005)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nahm die Stufen laufend: Andrea Mayr

Share if you care.